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STECKBRIEF

Wissenschaftlicher Name: Dendromus mystacalis
Deutscher Name: Aalstrich-Klettermaus
Englischer Name: Chestnut Climbing Mouse
Ordnung: Rodentia
Unterordnung: Myomorpha
Überfamilie: Muroidea
Familie: Nesomyidae
Unterfamilie: Dendomurinae
Vorkommen: Gattung Dendromus in weiten Teilen Afrikas, unsere Dendromus mystacalis stammen aus Tansania.
Größe: Etwas größer als Eurasische Zwergmäuse (Micromys minutus)
Gewicht: ca. 6-10 g
Geschlechtsreife: ab 5 Monate oder später
Tragzeit: ca. 21 Tage
Durchschnittliche Wurfgröße: 3-6 Junge
Sozialverhalten: Gruppenhaltung möglich
Aktivitätsphasen: Nachtaktiv
Besonderheiten: -
Anspruch: Mittel

ALLGEMEINES

Die verschiedenen Arten aus der Gattung Dendromus („Kletter-“ oder „Baummäuse“) leben in vielen Ländern v. a. des östlichen und südlichen Afrikas. Trotz ihres Namens leben nicht alle Vertreter wirklich als reine Klettertiere, manche Arten halten sich auch eher auf dem Boden auf und legen Gänge im Boden an.

Die ersten D. mystacalis wurden Ende 2002 von der Terraristikfirma TropicFauna als Dendromus spec. - Zwergstreifenmäuse aus Tansania importiert, 2003 erfolgte dann nochmals ein Import, wiederum mit sehr wenigen Tieren, so dass wahrscheinlich alle bei uns gehaltenen Tiere auf nicht einmal 10 Wildfänge zurückgehen, da sich auch nicht alle Tiere vermehrten.

Wegen ihres extrem langen Schwanzes war zu vermuten, dass es sich um eine kletternde Art handelt, der erste Eindruck war auch sehr ähnlich wie bei Eurasischen Zwergmäusen. Die viel größeren Augen und Ohren aber wiesen im Gegensatz zu diesen auf eine nachtaktive Art hin. Zunächst bestand Unklarheit wegen der Artzugehörigkeit, nachdem die Tiere aber als D. mystacalis identifiziert waren, stimmte ihr Verhalten auch mit der wenigen erhältlichen Literatur überein. Vielen Dank an Dipl.-Biol. Kathrin Marquart vom Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart für die Artbestimmung!

Die meisten Dendromus-Arten sind in der Natur wenig gesellig, manche sogar ausgesprochene Einzelgänger und aggressiv untereinander. Die Arten, deren Beschreibungen am ehesten auf unsere zutrafen, sind weniger aggressiv, und entsprechend ist D. mystacalis normalerweise problemlos als Gruppentier zu halten. Die importierten Tiere zeigten überhaupt keine Aggressionen untereinander, und auch die ersten Nachzuchten waren völlig friedfertig, es gibt jedoch auch Ausnahmen.

Alleine wegen ihrer geringen Größe sind es natürlich keine Streicheltiere, sondern reine Terrarientiere. Wie bei den anderen sehr kleinen Arten gibt es auch hier Tiere, die recht zutraulich werden können, und im Allgemeinen scheint die Art viel weniger scheu zu sein als etwa die meisten Afrikanischen Zwergmäuse, dennoch sind es Tiere, die sich nur zum Beobachten eignen.

Bemerkenswert im Vergleich zu den Zwergmäusen ist ihre lange Entwicklungsdauer. So zeigen viele Tiere erst im Alter von 1 Jahr oder mehr einen deutlichen Aalstrich, und auch bis zur Geschlechtsreife und ersten Fortpflanzung brauchen sie erheblich länger. Einige Tiere fangen erst im Alter von 9 Monaten oder mehr an, sich fortzupflanzen. Da die Art noch nicht so lange gepflegt wird, lässt sich das nicht sicher sagen, aber es ist zu vermuten, dass sie dementsprechend auch wesentlich älter werden können als Afrikanische und Eurasische Zwergmäuse.

Während Dendromus in ihrer Heimat zu den häufigeren Arten gehören, sind sie bei uns als Heimtiere noch sehr selten. Da nicht nur die bisherigen Importe aus sehr wenigen Tieren bestanden, sondern aufgrund strengerer Einfuhrbestimmungen in nächster Zeit überhaupt keine weiteren Importe aus Tansania zu erwarten sind, ist zu hoffen, dass sich die Art bei den bisher noch wenigen Haltern gut weitervermehrt, um ihren Bestand bei uns zu sichern und sie an möglichst viele weitere Liebhaber weitergeben zu können.

Text von Stefan Schumacher
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