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ZUCHT

Die Zucht von Afrikanischen Zwergmäusen gelingt nicht immer. Häufig bleibt sogar in größeren Gruppen der Nachwuchs ganz aus. Wenn es aber Nachwuchs gibt, können es in sehr kurzer Zeit sehr viele Mäuse werden, da jedes Weibchen trächtig werden kann. Für eine erfolgreiche Zucht sollte die Temperatur nicht unter 21° C sinken und es sollte eine reichhaltige Gabe an tierischem Eiweiß erfolgen.
Da Afrikanische Zwergmäuse in Gefangenschaft üblicherweise nicht einzeln gehlten werden, stellt sich beim Kauf die Frage, ob man ein Pärchen will oder gleich eine kleine Gruppe gemischt- oder gleichgeschlechtlicher Tiere. Bei gemischtgeschlechtlichen Gruppen bleibt natürlich meist der Nachwuchs nicht aus. Häufig erhält man von Züchtern gleich eine ganze Gruppe, wenn man aber nur wenig Erfahrung mit Kleinsäugern hat und trotzdem züchten möchte, sollte man eher mit einem Pärchen oder einem Männchen und 2-3 Weibchen beginnen, die man möglichst als Jungtiere zusammen gesetzt hat. Vergesellschaftungen adulter Tiere sind sehr schwierig. Wenn man eine gewünschte Gruppengröße erreicht hat, kann man die Männchen von den Weibchen trennen.

Die Geschlechterbestimmung ist bei so winzigen Mäusen nicht ganz einfach. Bei adulten Männchen kann man am Hintern eine leichte Beule erkennen, die Hoden sind aber bei weitem nicht so stark ausgeprägt wie beispielsweise bei Hausmäusen. Eine schonende Methode die Geschlechter zu bestimmen ist die, dass man die Tiere zu mehreren in einen durchsichtigen Transportbehälter gibt und diesen auf eine angenehm warme (nicht heiße!) Temperatur erhöht. Dann sieht man von unten durch den Behälter direkten Vergleich von Männchen und Weibchen. Wenn man bei den Männchen die Hoden noch nicht erkennt, kann man den Geschlechtsunterschied am Abstand von After und Geschlechtsöffnung erkennen, der bei den Männchen größer ist. Eine andere Methode ist die, dass man die Tiere in die Hand nimmt und äußerst vorsichtig auf den Unterbauch drückt, woraufhin sich bei männlichen Tieren die Hoden ausstülpen. Dies muss aber auf Grund der geringen Größe der Tiere wirklich sehr vorsichtig geschehen.

Wichtig: Vergesellschaftungen von ganzen Gruppen mit adulten Tieren sind so gut wie unmöglich und enden höchstwahrscheinlich tödlich!


Die Jungen kommen nach einer Tragzeit von ca. 19 Tagen nackt und blind auf die Welt. Die Babys sind wirklich winzig und gerade mal 1 g schwer. Das Jugendfell ist grau und wird später durch das rotbraune Fellkleid der Erwachsenen ersetzt. Nach 3 Wochen etwa sind die Jungen entwöhnt.

Inzwischen sind auch andere Farbschläge aufgetreten; so gibt es hell- bis dunkelbraune Tiere, und das Fell von silbergrauen Afrikanischen Zwergmäusen behält auch im Erwachsenenalter die Jugendfärbung. Es sollen auch schon gescheckte Tiere aufgetreten sein, und aus Tansania wurde vor einiger Zeit eine ebenfalls winzige Mäuseart als „Sandfarbene Zwergmaus“ importiert, die ein relativ helles, gelblichbraunes Fell und je einen größeren weißen Fleck am Ansatz der Ohren aufwiesen. Zu welcher Art Afrikanischer Zwergmäuse diese Tiere aber genau gehörten ist wohl nicht bekannt, und sie verschwanden bei uns leider auch rasch wieder.

Text von Sara Yousef
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