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Ernährung

In vielen Internetquellen ist zu lesen, dass Zwergschläfern als Grundfutter Sittich- oder Exotenfutter anzubieten sei. Diese Futterart wird von meinen Tieren jedoch überhaupt nicht gefressen. Angesichts ihres natürlichen Lebensraumes erscheinen mir Gräsersamen und Getreide für Baumbewohner auch nicht angemessen. Vielmehr biete ich meinen Zwergschläfern eine Kombination aus proteinreichen Insekten, süßen Früchten und Hamster- oder Papageienfutter an, die dankbar angenommen wird.

Insekten

Lässt man ihnen die Wahl, so werden Insekten deutlich bevorzugt. Je nach "Einsatzzweck" verwende ich abwechselnd Mehlwürmer, Zophobas, Heimchen und Grillen, seltener auch Schaben und Heuschrecken. Mehlwürmer empfehlen sich als "Finger-Food": sie werden von meinen Schläfern aus der Hand gefressen, teilweise auch auf der Hand sitzend. Und mittlerweile stehen sie regelrecht Schlange, wenn eine Hand voll Mehlwürmer auftauchen. Beim Fressen dieser Proteinhappen verlieren meine Kleinen beinahe jegliche Scheu und lassen fast alles mit sich machen. Aber Achtung: Wenn kein Mehlwurm mehr da ist, verfliegt diese Zutraulichkeit genauso schnell, wie sie gekommen ist. Und dann sollte man den Schläfern den Weg ins sichere Terrarium nicht verbauen! Bei mir kam es mehrfach vor, dass gesättigte Tiere beim Versuch "heimzukommen" vor die - geschlossene - Terrarientür gesprungen sind!

Um das faszinierende Jagdverhalten von Zwergschläfern beobachten zu können, biete ich regelmäßig Heimchen und Grillen. Es dauert nicht lange und alle meine Tiere befinden sich im Jagdfieber, was deutlich an den radarähnlichen Ohrbewegungen zu erkennen ist. Erst jetzt zeigen die kleinen Jäger, wie geschickt und unglaublich schnell sich in ihrem Terrain bewegen können. Meine Zwergschläferfamilie hat keinerlei Schwierigkeiten, den Inhalt einer kompletten Heimchenbox binnen einer Stunde zu erlegen, weswegen dieser Spaß für Tier und Halter den Gedanken an eine eigene Grillenzucht nahe legt.
Schaben, Heuschrecken und Zophobas fordern die Schläfer nicht wirklich und dienen nur als schnelle Sattmacher. Es ist jedoch durchaus reizvoll mitzuverfolgen, wie um die relativ große Beute recht lautstark und heftig gestritten wird. Übrigens fressen die meisten Zwergschläfer auch problemlos tote, d. h. eingefrorene und vor dem Füttern wieder aufgetaute Insekten, was gelegentlich sehr praktisch sein kann, so bringt man die Tiere und damit auch sich aber natürlich um den Spaß bei der Insektenjagd.

Als Eiweißquelle können auch gekochte Eier und Katzenfutter (sowohl Trocken- als auch Dosenfutter) verwendet werden, meine Zwergschläfer zeigen jedoch nur wenig Interesse an diesen Nahrungsmitteln, wohl aber an getrockneten Bachflohkrebsen, die in gewissen Grenzen als Ersatz für Lebendfutter verwendet werden können. Außerdem kann ich meinen Tieren jederzeit eine Freude mit Futter für vornehmlich Insekten und Früchte fressende Vögel machen (z. B. "CeDe", "Bogena").
Ergänzend biete ich hin und wieder süße Fruchtjoghurts an, die die Tiere zusätzlich mit Calcium versorgen.

Früchte

An Früchten wird nahezu alles gefressen, was süß ist, so z. B. Birnen, Äpfel, Kiwis, Melonen jeder Art und besonders Erdbeeren, die geradezu in einer Art Erdbeermassaker zerstückelt werden. Absolute Favoriten meiner Zwergschläfer sind aber Bananen, die komplett ausgehöhlt werden. Alles Obst sollte natürlich gewaschen und insektizidfrei sein, muss jedoch nicht geschält oder zerschnitten werden. Die Leckermäuler zerlegen das Futter schon selbst und lassen die Schalen zurück. Generell gilt als Faustregel: je süßer desto eher wird es gefressen. Es darf auch ruhig etwas "überreif" sein.

Körnerfutter

Das angebotene Hamsterfutter dient als Vitamin- und Mineralienquelle, aus der sich meine Tiere jedoch nur nach eigenen Vorlieben bedienen - angenommen werden nur Sonnenblumenkerne, Mais und einzelne Samensorten. Aufgrund des hohen Fettgehalts reiche ich nur selten zusätzlich Nüsse.

Ein Mineralienstein ist zwar vorhanden, wird jedoch kaum genutzt.

Wasser

Wenngleich die Zwergschläfer erhebliche Mengen an frischer, also auch relativ wasserreicher Nahrung aufnehmen, so sollte doch immer ein Zugang zu frischem Trinkwasser gegeben sein. Da sie relativ viel Schmutz produzieren, sind Trinkflaschen die bessere Alternative gegenüber Näpfen, die sonst ständig gereinigt werden müssten. Da auch Wirbeltiere anderer Arten bei Zwergschläfern durchaus zur natürlichen Nahrung gehören und es bei Kontakt und Streitigkeiten v. a. mit fremden Artgenossen auch zu Kannibalismus kommen kann, sollte man dies durch Wassermangel nicht auch noch herausfordern.

Text von Tim Skopnik
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