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UNTERBRINGUNG

Die flache Kopfform der Zwergschläfer ermöglicht ihnen, sich problemlos durch engste Spalten und Löcher hindurchzuzwängen. Oft kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Interesse der Schläfer an Lücken in antiproportionalem Zusammenhang zu deren Durchmesser steht - je enger desto interessanter. Schon Spalten von nur wenig mehr als einem Zentimeter ermöglichen es den Ausbruchskünstlern, ihren Weg in die Freiheit zu finden, so dass sich zur Unterbringung die Wahl eines Gitterkäfigs aufgrund der in der Regel nicht ausreichend geringen Maschengrößen nahezu verbietet. Juvenilen Zwergschläfern bieten bereits noch kleinere Löcher ausreichende Fluchtmöglichkeiten. Da Zwergschläfer keine festen Stellen für die Kotablage bevorzugen und einen durchaus gut wahrnehmbaren Eigengeruch verströmen, ist ein Terrarium sicherlich die am wenigsten pflege- und geruchsintensive Unterbringungsmöglichkeit. Aquarien mit käfigartigem Aufbau sind eher ungeeignet, da bei den regelmäßig anfallenden Reinigungsarbeiten kaum gewährleistet werden kann, dass die Tiere hierbei nicht flüchten.

Als Baum bewohnende Tiere benötigen Zwergschläfer eine Unterkunft, die mehr Platz in der Höhe als in der Breite bietet. Nach BNA-Richtlinien sollen die Behältermaße 1,0 x 0,5 x 0,8 m³ nicht unterschreiten, insbesondere in der Höhe wären jedoch noch größere Maße empfehlenswert. Die Tiere danken es einem letztlich durch mehr Aktivität und ein abwechslungsreicheres Verhaltensrepertoire, was bei reinen Beobachtungstieren schließlich nicht unwichtig ist. Außerdem beschränken geringe Abmessungen die Flexibilität bei der Einrichtungsgestaltung deutlich. Beabsichtigt man die Tiere zu züchten, ist dementsprechend ein noch geräumigeres Terrarium zu verwenden, da es in der Aufzuchtphase durchaus zu kleineren Streitereien unter den Tieren kommen kann und sie dann mehr Platz brauchen, um sich aus dem Weg zu gehen.

Aufstellung des Terrariums

Die nachtaktiven Zwergschläfer verbringen den Tag normalerweise schlafend und reagieren auf Störungen recht empfindlich - teils in Form verminderter Nachtaktivität, teils durch eine reduzierte Lebenserwartung. Eine Aufstellung des Terrariums in einer ruhigen und nicht allzu hellen Raumecke ist daher optimal. Um die lichtempfindlichen Tiere nicht in ihrer Aktivitätsphase zu stören, ist als nächtliche Beleuchtung eine Rotlichtlampe gut geeignet. Da die Tiere kein Rotlicht erkennen, fühlen sie sich durch diese Beleuchtung auch nicht belästigt und lassen sich so gut beobachten. In einem normal temperierten Raum ist keine zusätzliche Wärmequelle nötig. Es ist lediglich darauf zu achten, dass die Zimmertemperatur nicht deutlich unter 15 Grad abfällt, da die Zwergschläfer ansonsten in eine Kältestarre verfallen können.

Einrichtung

Um das verfügbare Raumvolumen optimal auszunutzen, ist das Anbringen von Presskorkrückwänden empfehlenswert, die ihnen viel zusätzliche Lauffläche bieten. Sie sollten eng und fest an der Terrarienwand anliegen, aber trotzdem nicht verklebt werden, da sie zeitweise gereinigt und irgendwann ersetzt werden müssen. Enge Spalten zwischen Korkrückwand und hinterer Terrarienscheibe werden binnen kürzester Zeit in ein verästeltes Gangsystem verwandelt. Das ist meist nicht im Sinne des Halters und wird oft erst dann bemerkt, wenn die Rückwand ihre Stabilität vollends verloren hat und in mehrere Teile zerbröselt. Zur weiteren Inneneinrichtung eignen sich Seile, mittlere und dicke Äste, Rebenholz, Rindenstücke, Pappkartons und -röhren und besonders Korkröhren, die gerne als sicheres Versteck benutzt werden. Dünne Zweige von Birke und Weide werden bei mir jedoch nicht zum Klettern genutzt. Der verfügbare Raum darf ruhig sehr dicht mit Einrichtungsgegenständen ausgefüllt sein.

Als Schlafstelle während des Tages eignen sich kleinere Nistkästen, Grasnester und Korkröhren. Geflochtene Exotennester werden bei mir verschmäht, dies ist aber nicht bei allen Haltern so. Generell scheinen Zwergschläfer etwas wählerisch beim Festlegen ihrer Schlafstelle zu sein - eine aufgehängte und oben wie unten verschlossene Korkröhre wird bei mir überhaupt nicht beachtet. Es sollten daher immer mehrere Schlafplätze angeboten werden, damit die Tiere sich bei Bedarf auch aus dem Weg gehen können. Bei ausreichender Höhe der Einstreu kommt es gelegentlich vor, dass sogar darin die Schlafnester angelegt werden.
Als Einstreu eignet sich prinzipiell normale Kleintierstreu. Um meinen Tieren die Möglichkeit zu schaffen, sich auch in der Einstreu aufzuhalten, bevorzuge ich jedoch eine Schichtung von zuunterst Stroh und darauf Heu und Holzspänen mit einer Gesamthöhe von mindestens 10 cm. Dieser Bodengrund wird von den Zwergschläfern gerne durchwühlt und mit Gängen versehen. Ansonsten eignen sich auch ungedüngte Erde oder Holzpellets. Gerne angenommen werden auch Walderde und Herbstlaub, die entweder in die Einstreu gemischt oder separat angeboten und genauestens auf Essbares untersucht werden. Um den Zwergschläfergeruch etwas zu entschärfen und um außerdem zugleich Nistmaterial anzubieten, verteile ich oft zusätzlich in einer Ecke eine Baumwolleinstreu ("NoSmell"), die einen leichten Baumwollgeruch verströmt und nicht selten als Unterlage in den Schlafplätzen wieder zu finden ist.
Obwohl Zwergschläfer durchaus in der Lage wären, innerhalb kürzester Zeit alles zu zernagen, was man ihnen vorsetzt, tun sie das erfreulicherweise sehr selten, nämlich immer nur dann, wenn sie irgendwo hinein oder heraus wollen. Daher ist es prinzipiell auch möglich, sowohl ungiftige Lebend- als auch künstliche Pflanzen als Dekoration ins Terrarium einzubringen.

Reinigung

Je nach Besatz und Größe ist das Terrarium regelmäßig zu reinigen, bei einem 50x50x100 cm großen Terrarium mit zwei Schläfern war das bei mir ca. alle drei Wochen notwendig. Hierbei reicht es leider meist nicht, nur die Einstreu auszutauschen. Vielmehr muss oft das ganze Inventar ausgetauscht bzw. gereinigt und von Kotablagerungen befreit werden. Zu gründlich sollte man hierbei jedoch besonders bei den Schlafplätzen nicht sein, da die Männchen ihr Revier sonst nur umso stärker markieren.
Es empfiehlt sich, die Bewohner vor solchen Reinigungsaktionen mitsamt ihrem Schlafplatz auszuquartieren, um die Gefahr eines Ausbruchs von vornherein zu minimieren. Täglich sind außerdem Reste von Frischfutter zu entfernen.

Text von Tim Skopnik
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