Unbenanntes Dokument

UNTERBRINGUNG

Für die sehr kletterfreudigen Tiere kommen nur möglichst hohe Behälter in Frage, wobei ich bei dieser Art Terrarien Gitterkäfigen vorziehe. Leider sind viele Akazienmäuse äußerst unverträglich, so dass es in kleineren Behältern häufig zu Auseinandersetzungen kommt, die nicht selten mit heftigen Verletzungen oder dem Tod des unterlegenen Tieres enden. Dabei sind es nicht nur wie bei vielen anderen Nagern die Männchen, die sich bekämpfen, sondern die meisten Schwierigkeiten hatte ich immer dadurch, dass die Weibchen schwer verletzt wurden, sei es durch die Männchen oder andere Weibchen. Bei dem normalerweise begrenzten Platzangebot bei Privathaltern würde ich inzwischen fast die Einzelhaltung der Tiere empfehlen und sie nur zur Paarung zusammensetzen, dann allerdings unbedingt unter ständiger Aufsicht. Einige wenige Tiere lebten bei mir auch friedlich in vergleichsweise kleinen Terrarien jeweils als Paare mit den Jungtieren, jedoch gab es bei anderen Tieren und den gleichen Behältermaßen große Schwierigkeiten bzw. schwere Verletzungen, deren Ausheilung dann in Einzelhaltung etliche Woche benötigte. Bei anderen Haltern kam es auch sofort zu Todesfällen, und dabei waren es teilweise auch die Männchen, die von den Weibchen getötet wurden. Es macht auch keinen Unterschied, ob die Paare aus fremden Tieren zusammengesetzt werden, denn auch miteinander aufgewachsene Geschwisterpärchen können plötzlich äußerst aggressiv reagieren.

Längere Zeit hielt ich ein Pärchen in einem mit 4 Nistkästen und sehr vielen Kletterästen und –zweigen ausgestatteten Terrarium mit den Maßen 120x60x150 cm, das den beiden scheinbar genug Ausweichmöglichleiten bot, zumindest traten keinerlei Verletzungen auf. Sie benutzten allerdings immer getrennte Schlafkästen, und wenn sie aufeinander trafen, kam es schon zu kurzen Verfolgungsjagden. Jedoch scheint eine solche Terrariengröße auszureichen, dass die Tiere sich aus dem Weg gehen können. Ähnlich wie Akazienratten suchen sie bevorzugt die am höchsten angebrachten Schlafmöglichkeiten auf. Außer Holzhäuschen kommen auch Korkröhren und andere natürliche Materialien in Frage, jedoch sind besonders Nistkästen mit aufklappbarem Deckel besonders einfach zu kontrollieren und deshalb am empfehlenswertesten. Zum Auspolstern der Nisthöhlen benutzen sie Heu oder Küchenpapier, das immer in ausreichender Menge auf dem Boden vorhanden sein sollte, auch wenn sie sich dort ansonsten fast nie aufhalten. Wie bei Akazienratten sollten auch bei Akazienmäusen Futternäpfe und Trinkflaschen immer relativ hoch im Terrarium angebracht sein, weil sie Nahrung und Wasser nicht sehr gerne vom Boden aufnehmen. Ansonsten ist nicht sehr viel zu beachten. Da sie rein nachtaktiv sind, benötigen Akazienmäuse normalerweise keine Beleuchtung, und bei einer Raumtemperatur, die nicht unter 20°C sinkt, wird auch keine zusätzliche Heizung benötigt.

Text von Stefan Schumacher
Impressum | Design by Alexandre Maia