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ERNÄHRUNG

Auch wenn als natürliche Nahrung zum größten Teil Akazienblätter angegeben werden, so habe ich doch sehr gute Erfahrungen mit einer ganz anderen Ernährung gemacht. Meine Tiere bekommen jeden Abend süßes Obst (Äpfel, Bananen, Birnen, im Sommer Melonen usw.), wobei ich die Obststückchen immer auf Äste aufspieße oder auf die Häuschen lege, da die Akazienratten ihre Nahrung nicht besonders gerne vom Boden aufnehmen. Verschiedene Gemüsesorten wie Tomate und Gurke werden ebenfalls gerne gefressen. In den Futternäpfen bekommen sie eine Mischung aus Hamster-, Wellensittich- und Igelfutter angeboten. Manche Tiere fressen gerne Lebendfutter wie Mehlwürmer, zumindest Grillen nehmen viele meiner Akazienratten jedoch nicht an. Hirsekolben lassen sich z.B. am Käfigdeckel befestigen, so dass die Ratten auch noch etwas tun müssen, um an ihr Futter zu kommen. Was sie lieben, sind Knabberstangen mit Honiggeschmack, sowie Honig- oder Joghurtdrops, die man anbieten kann, um sie schnell zahm werden zu lassen.

Diese ziemlich zucker- und fettreiche Ernährung scheint ihnen im Gegensatz zu anderen Nagern sehr gut zu bekommen, nachlassende Wurfgrößen oder –häufigkeiten sind nicht festzustellen, und von Größe und Gewicht her entsprechen sie den Wildfängen. Allerdings haben sie bei mir auch reichliche Bewegungsmöglichkeiten. Wer Akazienratten in kleineren Käfigen hält, sollte lieber auf eine magerere Ernährung achten, damit sie nicht doch mangels Bewegung verfetten, oder ihnen regelmäßigen Freilauf gönnen, was mit zahmen Tieren relativ unproblematisch ist. Sie lassen sich im Übrigen auch sehr gut mit den in der Rattenzucht üblichen Pellets ernähren, mit diesen dürfte auch in engerer Haltung ein Verfetten nicht so schnell gegeben sein.

Evtl. muss man sich auch fragen, ob in der Natur nicht auch deshalb so viele oder fast ausschließlich Blätter in den Mägen der Akazienratten gefunden werden, weil einfach zu den Beobachtungszeiten gerade keine Früchte vorhanden waren. Eigentlich wäre bei Baumbewohnern doch zu erwarten, dass sie zumindest zusätzlich Früchte und auch baumbewohnende Insekten als Nahrung aufnehmen.

Text von Stefan Schumacher
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