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ZUCHT

Zur Zucht gibt es sehr unterschiedliche Erfahrungen, die möglicherweise wieder auf Verwechslungen von G. nanus mit G. amoenus oder anderen Arten zurückzuführen sind. Unsere G. nanus haben gegenüber anderen Rennmäusen eine vergleichsweise geringe Reproduktionsrate. Bei ihnen folgt selten Wurf auf Wurf, meist liegen einige Wochen mehr dazwischen. Während es in der Natur allerdings meist zu nur zwei Würfen pro Jahr kommen soll, pflanzen sie sich in Gefangenschaft doch teilweise alle 3-4 Monate fort. Die Zahl der Jungen ist dabei eher gering, meist werden 3-5 Junge geboren, Würfe mit 6 Jungtieren sind eher die Ausnahme.

Die Zucht ist sowohl in Paaren als auch in größeren gemischten Gruppen möglich, wobei es bei zu viel Hektik in zu großen Gruppen allerdings auch gelegentlich dazu kommen kann, dass die Jungen nicht aufgezogen werden. Zumindest sollten dann auf jeden Fall ausreichend viele Unterschlupfmöglichkeiten vorhanden sein, dass sich die trächtigen oder säugenden Weibchen zurückziehen können. Viele Baluchistan-Rennmäuse brauchen vergleichsweise lange (oft erheblich mehr als 6 Monate), bis sie das erste Mal zur Fortpflanzung schreiten, und nicht alle sind in Gefangenschaft überhaupt jemals zur Fortpflanzung zu bringen.

Die sehr ähnlichen vermutlichen G. amoenus sind wesentlich verlässlicher, was die Nachzucht angeht. Sie produzieren zwar ähnliche Wurfgrößen, bei ihnen sind aber die Abstände zwischen den Würfen geringer, so dass es bei manchen Weibchen durchaus alle 2 Monate zu Würfen kommen kann. Die erwachsenen Tiere sind leider viel unverträglicher als G. nanus. Zur Zucht sollten sie auf jeden Fall nur paarweise gehalten werden und auch hier kann es notwendig sein, auch noch das Männchen herauszunehmen, da manche Weibchen bereits während der Trächtigkeit äußerst aggressiv werden können. In Gruppenhaltung schon ab einem Männchen mit zwei Weibchen kommt es gerade unter den Weibchen zu teils extremen Beißereien, die schnell zu tiefen Fleischwunden vor allem im Nackenbereich und teils auch zum Tod führen können. Von daher sollte von einer Gruppenhaltung bei dieser Art völlig Abstand genommen werden. Aufgrund der relativen Seltenheit dieser Tiere sollte man hier auch kein Risiko eingehen und auf jeden Fall die Haltung eines Paares auch Experimenten mit gleichgeschlechtlicher Haltung vorziehen.

Text von Stefan Schumacher
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