Unbenanntes Dokument

STECKBRIEF

Wissenschaftlicher Name:
Gerbillus perpallidus
Deutscher Name:
Blasse Rennmaus, Ägyptische Rennmaus
Englischer Name:
Palid gerbil
Ordnung:
Rodentia
Familie:
Muridae
Unterfamilie:
Gerbillinae
Vorkommen:
Nordwesten Ägyptens
Größe:
11cm + 13cm Schwanz
Gewicht:
35-40 g
Geschlechtsreife:
-
Tragzeit:
19-21 Tage
Durchschnittliche Wurfgröße:
4-5 Junge
Sozialverhalten:
Gesellig
Aktivitätsphasen:
Nacht- und tagaktiv
Besonderheiten:
-
Anspruch:
Einfach

ALLGEMEINES

Auch wenn leider die Mongolische Rennmaus (Meriones unguiculatus) oft als „Gerbil“ bezeichnet wird, sollte diese Bezeichnung eher den vielen Arten der Gattung Gerbillus vorbehalten sein. Es handelt sich bei diesen im Allgemeinen um eher schlanke, im Vergleich zu Meriones-Arten meist kleiner bleibende Tiere mit oberseits meist sandfarbenem, eher kürzerem Fell, deutlich abgegrenztem weißen Bauch, sehr großen runden Augen und einem eher wenig behaarten Schwanz, der bei manchen Arten aber in einer Quaste endet. Oft erinnern sie mit ihren langen Hinterbeinen ein wenig an Springmäuse (Jaculus und andere), dies ist vielleicht der Grund dafür, warum sie im Zoofachhandel häufig fälschlicherweise unter dem Namen Springmaus verkauft werden. Im Gegensatz zu Meriones und verschiedenen anderen Rennmausgattungen sind viele Gerbillus echte Wüstenbewohner hauptsächlich Nordafrikas und des vorderen Orients, so dass auch nur sie sinnvoller Weise als „Wüstenrennmäuse“ bezeichnet werden sollten, während viele andere Gattungen und Arten der Gerbillinae eher Steppenbewohner und teils auch ausgesprochene Kulturfolger sind. Leider haben sich die in der Literatur gebräuchlichen Bezeichnungen Renn- oder Sandratten für die Gattung Meriones bei den Liebhabern nicht durchgesetzt, entsprechend konfus sind oft die deutschen Namen, unter denen die verschiedensten Rennmäuse im Handel auftauchen. Zurzeit wird die Gattung, der je nach Autor zwischen 38 und 62 Arten angehören, grundlegend überarbeitet. Bislang wird Gerbillus in die drei folgenden Untergattungen unterteilt.

  • Handecapleura zu denen u. a. G. nanus, G. amoenus, G. campestris und G. dasyurus gehören.
  • Gerbillus mit beispielsweise G. gerbillus, G. pyramidum, G. cheesmani, G. gleadowi und G. perpallidus.
  • Dipodillus mit nur zwei Arten, die bei uns nicht als Heimtiere vertreten sein dürften.

Die genannten Arten dürften im Moment alle bei uns als Haustiere gehalten werden, wenn auch manche davon mit sehr wenigen Exemplaren. Die am häufigsten gepflegte Art, die wohl als einzige aus der Gattung auch regelmäßig im Zoohandel als Nachzuchten auftaucht, dürfte die Blasse Rennmaus (G. perpallidus) sein.

Während manche Gerbillus-Arten immer recht scheu und schreckhaft bleiben, sind speziell Blasse Rennmäuse sehr neugierige Tiere, die sich schnell an den Menschen gewöhnen und gelegentlich fast aufdringlich werden können, wenn sie sofort auf die Hand des Pflegers zu klettern versuchen, sobald dieser zur Fütterung oder zum Saubermachen in das Terrarium greift. Dabei versuchen sie im Gegensatz zu vielen anderen Nagern praktisch nie, auch nur an der Hand zu knabbern. Es handelt sich in der Regel um sehr unproblematische Pfleglinge, die meist auch in größeren Gruppen gepflegt werden können und als eine von sehr wenigen Kleinsäugerarten dank ihrer Neugier und ihres umgänglichen Wesens auch für Kinder empfohlen werden können, vor allem im Vergleich zu den viel häufiger als Streicheltier gehaltenen Kaninchen und verschiedenen Hamstern, die doch entweder wesentlich höhere Ansprüche an eine halbwegs artgerechte Haltung stellen oder sich meist eher ungern anfassen lassen.

Text von Stefan Schumacher
Impressum | Design by Alexandre Maia