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STECKBRIEF

Wissenschaftlicher Name: Sekeetamys calurus
Deutscher Name: Buschschwanzrennmaus, Quastenschwanzrennmaus, Bilchrennmaus, Felsen-Schönschweif-Rennmaus
Englischer Name: Bushy-tailed Jird
Ordnung: Rodentia
Familie: Muridae
Unterfamilie: Gerbillinae
Vorkommen: Östliches Ägypten, Palästina/Israel, Jordanien, Saudi Arabien
Größe: 12cm + 15cm Schwanz
Gewicht: Ca. 60-80 g
Geschlechtsreife: Ca. 2 – 2 ½ Monate
Tragzeit: Ca. 3 Wochen
Durchschnittliche Wurfgröße: 4-6 Junge
Sozialverhalten: Gesellig
Aktivitätsphasen: Dämmerungs- und nachtaktiv
Besonderheiten: -
Anspruch: Einfach

ALLGEMEINES

Der Körperbau der Buschschwanzrennmäuse wirkt etwas zierlicher bspw. bei Mongolischen Rennmäusen (Meriones unguiculatus). Ihr Schwanz ist um einiges länger als der Körper, buschig behaart und endet häufig mit einer weißen Spitze. Der Schwanz erinnert ein wenig an den der Bilche. Dies ist wahrscheinlich auch der Ursprung eines ihrer deutschen Namen: Bilchrennmaus. Das Fell der Buschschwanzrennmäuse ist sandfarben und auf der Unterseite weiß abgesetzt. Ähnlich wie bei vielen Arten der Gattung Gerbillus verfettet es schnell, von daher ist die Wahl des richtigen Bodensubstrats und ein Sandbad besonders wichtig.
Ein weiteres Merkmal, das einem schnell ins Auge sticht, sind die sehr langen Barthaare, die antennenartig den Kopf umgeben und den Buschschwanzrennmäusen helfen sich in der Dunkelheit zu orientieren.
Im Vergleich zu mongolischen Rennmäusen, wirken die Bewegungsabläufe der Buschschwanzrennmäuse viel schneller und graziöser. Mit Leichtigkeit klettern sie durch das ganze Terrarium und wenn sie erst mal die Standorte aller Gegenstände in ihrem Gehege kennen, sieht man sie nur noch flitzen und springen. Gerne benutzen sie auch ihren vertrauten Menschen als Kletterbaum. Vom Verhalten erinnern sie ein wenig an Persische Rennmäuse (M. persicus) im Kleinformat.
Buschschwanzrennmäuse gehören zu den friedlicheren Rennmausarten. Gruppenhaltung, auch in größeren Gruppen, ist meist kein Problem. Auch bei der Haltung in großen Terrarien kommt es meist nicht zu Revierbildungen, was oft ein Problem sein kann bei der Haltung mongolischer Rennmäuse.
Wenn Kämpfe auftreten sind diese meist nicht so blutig wie unter mongolischen Rennmäusen, häufig gehen sich die Buschschwanzrennmäuse bei sozialem Stress dann an die Schwanzspitzen oder Ohren. Eine Umstrukturierung der Gruppe kann dann Abhilfe schaffen.

Natürliche Lebensweise

Buschschwanzrennmäuse leben fast ausschließlich in kargen, felsigen Wüstengebieten mit heißem trockenen Klima. Um in diesen kargen Gebieten überleben zu können, müssen die Tiere weite Strecken zurücklegen, um genug Nahrung zu finden. Nach einer Studie der Ben Gurion Universität, umfasst das Revier eines erwachsenen Männchens durchschnittlich zwischen 104 und 234 m², das eines erwachsenen Weibchens im Gegensatz dazu nur 7 bis 9 m².

Buschschwanzrennmäuse sind nicht spezialisiert was ihr Futter angeht und leben von dem, was sie in dieser unwirtlichen Gegend finden können, wie Wurzeln, verschiedene Grassamen, Kräuter und Insekten. Sie sind hauptsächlich nachtaktiv und verbringen die Tage in unterirdisch angelegten Höhlen, in denen sie auch Futter bunkern.
Die Populationsgröße soll auf einem niedrigen aber stabilen Niveau liegen. Auf einen Hektar Land kommen nur ca. 1-2 Buschschwanzrennmäuse. Die durchschnittliche Lebenserwartung in freier Natur liegt bei 6 Monaten.
Fortpflanzungsfähig sind die Buschschwanzrennmäuse das ganze Jahr über.

Sekeetamys calurus als Heimtier

Buschschwanzrennmäuse leben in der Natur in Familiengruppen, das muss bei der Heimtierhaltung unbedingt berücksichtigt werden. Sie müssen mindestens zu zweit gehalten werden, denn ansonsten fühlen sich die sozialen und friedlichen Tiere nicht wohl. Noch schöner ist es für die Tiere in kleinen Gruppen.
Buschschwanzrennmäuse sind dämmerungs- und nachtaktiv, manchmal sind sie aber auch am Tag zu sehen.
Die bewegungsfreudigen Rennmäuse brauchen ein ausreichend großes Terrarium oder eine Voliere, in der sie sich richtig austoben können und in der für Abwechslung gesorgt ist. Sie sind extrem neugierig und viele von ihnen fassen auch sehr schnell Vertrauen zum Menschen und können sehr zutraulich werden, was aber nicht heißt, dass es Streicheltiere sind.

Mit Vergesellschaftungen habe ich bisher bei meinen Buschschwanzrennmäusen sehr gute Erfahrungen gemacht und viele Halter bestätigen dies. Sogar Vergesellschaftungen von Gruppen (3+6 Tiere) verliefen ohne Probleme. Ich habe die Mäuse in einem neutralen nicht zu großem Becken zusammengesetzt und beobachtet. Die Vergesellschaftung lief so ab, dass sich alle Buschschwanzrennmäuse wild beschnupperten und sich gegenseitig mit den Vorderpfoten betrommelten. Alle Mäuse waren sehr aufgeregt und hüpften häufig wild im Aquarium herum, zu Beißereien kam es aber nie. Nach einiger Zeit beruhigten sich die Mäuse und fraßen gemeinsam an Körnern und schliefen dann alle zusammen auf einem Haufen. Ich ließ die Gruppe die ganze Nacht zusammen in dem Becken und setzte sie dann in ihr endgültiges Terrarium, in dem sie dann friedlich zusammen lebten.
Vergesellschaftungen von weniger Tieren (1+3) verliefen noch friedlicher. Die neue Maus wurde ein wenig beschnuppert und das war es dann auch.

Ein Tipp für die Vergesellschaftung ist die Buschschwanzrennmäuse am Tag zu vergesellschaften, zum Einen kann der Halter dann längere Zeit dabei sein und die Tiere beobachten und zum Anderen sind die Tiere am Tag müde und in einem einfachen Becken, das nur mit Streu gefüllt ist, gibt es auch nichts Neues zu entdecken, so dass sie sich schnell zu einem Haufen zusammen finden, gemeinsam schlafen und sich dabei die Gerüche der neuen und alten Mäuse vermischen.

Wenn es bei dieser Vergesellschaftungsmethode zu Beißereien kommt, muss man die Tiere sofort trennen und kann als Alternative die Vergesellschaftungsmethoden anwenden, die bei den Mongolischen Rennmäusen beschrieben werden.

Text von Sara Yousef
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