Unbenanntes Dokument

STECKBRIEF

Wissenschaftlicher Name:
Cricetulus griseus
Deutscher Name:
Chinesischer Streifenhamster, Chinesischer Zwerghamster
Englischer Name:
Chinese Hamster
Ordnung:
Rodentia
Familie:
Muridae
Unterfamilie:
Cricetinae
Vorkommen:
Nordost-China
Größe:
8-10cm + 2-3cm Schwanz
Gewicht:
25-40 g
Geschlechtsreife:
mit 6-8 Wochen
Tragzeit:
17-22 Tage
Durchschnittliche Wurfgröße:
4-6 Junge
Sozialverhalten:
Einzelgänger
Aktivitätsphasen:
Tag- und nachtaktiv
Besonderheiten:
-
Anspruch:
Mittel

ALLGEMEINES

Im Vergleich zu den bekannteren und als Heimtier weit verbreiteten Roborowski-, Campbell- und Dsungarischen Zwerghamstern aus der Gattung Phodopus (Kurzschwänzige Zwerghamster) erscheinen die je nach Autor 6-8 Arten der Gattung Cricetulus viel lang gestreckter, mäuseähnlicher, haben ein kürzeres, glatt anliegendes Fell und tragen ein deutlich sichtbares Schwänzchen, das der Gruppe die Bezeichnung „Langschwänzige Zwerghamster“ eingebracht hat. Typisch für den Chinesischen Streifenhamster ist neben der Körperform die graue bis grau-braune Fellfarbe mit einem deutlichen dunklen Aalstrich auf dem Rücken. Im Gegensatz zu den Phodopus-Arten ist die Geschlechtsunterscheidung bei Cricetulus denkbar einfach. Die Hoden sind bereits bei wenige Wochen alten Männchen dermaßen stark ausgeprägt und schon bei normaler Betrachtung der Tiere weithin sichtbar, dass es schon einige Male vorgekommen ist, dass Betrachter, die das erste Mal ein solches Männchen sehen, als erstes an Geschwüre denken oder gar ein gerade gebärendes Weibchen vermuten. Dies ist mit ein Grund für die geringe Verbreitung des Chinesischen Streifenhamsters als Haustier: Viele Zoohändler lehnen es ab, diese Art in ihr Sortiment aufzunehmen, da an ihre Kundschaft zumindest männliche Tiere ab einem gewissen Alter so gut wie nicht mehr zu vermitteln sind und die Geschäfte dann auf den Tieren sitzen bleiben, was bei den Kurzschwänzigen Zwerghamstern so nicht der Fall ist. Darüber hinaus gelten Chinesische Streifenhamster oft als sehr aggressive Einzelgänger, was auch viele Menschen von der Haltung abschreckt. Es existieren allerdings inzwischen wie bei Goldhamstern auch durchaus friedlichere Stämme, bei denen es kaum mehr innerartliche Probleme gibt, als bei den beliebteren Zwerghamsterarten. Ein Vorteil gegenüber diesen ist sicher, dass Chinesische Streifenhamster so gut wie nie zubeißen, während zumindest einige Dsungarische und Campbell-Zwerghamster Störungen durch den Menschen durchaus auch mit Bissen quittieren. Deshalb können Chinesische Streifenhamster v. a. für Kinder einfacher im Umgang sein als andere Arten. Gruppenhaltung und Fortpflanzung gestalten sich allerdings im Schnitt schon etwas schwieriger als bei den Kurzschwänzigen Zwerghamstern, und man sollte sich schon vor Augen halten, dass auch eine funktionierende Paar- oder Gruppenhaltung bei dieser solitär lebenden Art im Grunde keine artgerechte Haltung darstellt. Etwa 80 x 40 cm sollten als Behältergrundfläche für ein Einzeltier wenigstens zur Verfügung stehen, will man die Tiere auf Dauer als Paar oder kleine Gruppe zusammen halten benötigen die Tiere mehr Platz und zahlreiche Versteck- und Ausweichmöglichkeiten.

In der Natur leben Chinesische Streifenhamster in kargen Steppen- und Wüstengebieten. Die meiste Zeit des Jahres sind sie sowohl tag- wie nachtaktiv, zum Winter hin werden sie zunehmend nachtaktiv. Sie halten keinen Winterschlaf, sondern lediglich eine Winterruhe, aus der sie immer wieder erwachen, um von ihrem Nahrungsvorrat zu fressen, den sie in ihrem selbst gegrabenen unterirdischen Bau angelegt haben. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Pflanzentrieben und Samen, dazu fressen sie auch Insekten.

Text von Stefan Schumacher
Impressum | Design by Alexandre Maia