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STECKBRIEF

Wissenschaftlicher Name: Octodon degus
Deutscher Name: Degu
Englischer Name: Degu
Ordnung: Rodentia
Familie: Octodontidae
Unterfamilie: -
Vorkommen: Gras-, Busch- und Felslandschaften Nord- und Zentralchiles
Größe: 13-19cm + 10-16cm Schwanz
Gewicht: 170-300 g
Geschlechtsreife: ♀ 6 Wochen, ♂ 3 Monate
Tragzeit: 90 Tage
Durchschnittliche Wurfgröße: 5 Junge
Sozialverhalten: Gesellig
Aktivitätsphasen: Vor allem tagaktiv
Besonderheiten: Ausgeprägtes Sozialverhalten
Anspruch: Mittel, Nahrungsanspruch muss beachtet werden

ALLGEMEINES

Bei ihrer Entdeckung Mitte des 18. Jahrhunderts hielt man Degus zunächst für Verwandte der Hörnchen, da die Lebensweisen sich teilweise ähneln. Aufgrund ihrer Anatomie stellt man die Degus jedoch heute wie die Meerschweinchen zu den Hystricognathi. Sie bilden mit den Coruros und vier weiteren, teils sehr unterschiedlichen Gattungen die Familie der Trugratten (Octodontidae), haben jedoch mit den eigentlichen Ratten wenig zu tun. Vier Arten sind bekannt:

- Gewöhnlicher Degu (Octodon degus)
- Pazifik-Degu (Octodon pacificus)
- Küsten-Degu (Octodon lunatus)
- Wald-Degu (Octodon bridgesi)

Degus leben in Familienverbänden von ca. 5-10 erwachsenen Tieren in den Andengebieten Südamerika in Chile und in einem kleinen Gebiet in Argentinien. Der Gewöhnliche Degu ist dort in bis zu 1200 m Höhe zu finden. Seine Heimat ist recht karg, er bevorzugt offeneres Gelände ohne dichte Vegetation. Nachts und auch bei Gefahr ziehen sich die Tiere in selbstgegrabene Gänge zurück. Als Wildtiere sind Degus tagaktiv, als Heimtiere zeigen sie sich in dieser Hinsicht jedoch sehr flexibel.

Wildfarbige Degus haben ein braun-schwarz meliertes Fell mit heller, gelblich-weißer Bauchseite. Der mit einer dunklen Quaste versehene Schwanz ist vollkommen behaart. In der Heimtierhaltung ist seit einigen Jahren auch noch der blaue Degu bekannt. Sein Fell hat einen höheren Grauanteil, oft wird dieser Farbschlag auch als "silber" bezeichnet. Zudem soll es bereits schwarze und weiße Degus geben, jedoch fehlen hierfür noch handfeste Beweise. Auch sandfarbige Tiere tauchten schon auf.

Degus sind etwa 15-20 cm (+ 12cm Schwanzlänge) große Nager, die sehr sozial sind und niemals alleine gehalten werden sollten. Sowohl männliche, als auch weibliche Gruppen verstehen sich in der Regel gut. Rangordnungskämpfe kann es jedoch bei beiden Geschlechtern geben. Die häufigsten Probleme traten in Gruppen mit beiden Geschlechtern auf.

Gerade wegen ihres ausgeprägten Sozialverhaltens sind Degus für die Wissenschaft sehr interessant. Zudem wurde schon vor ihrer Karriere als Heimtiere mit ihnen auf dem Gebiet Diabetes geforscht. Degus sind relativ anfällig für die Zuckerkrankheit, eine der häufigsten Folgen ist die Linsentrübung.

Als Heimtiere sind Degus seit etwa 1975 bekannt und erfreuen sich nun seit ein paar Jahren immer größer werdender Beliebtheit. Wahrscheinlich handelt es sich bei den von Liebhabern gehaltenen Tieren nicht um artreine Octodon degus, als die sie üblicherweise angeboten werden, sondern um Hybriden verschiedener Arten.

Lautsprache

Degus sind sehr "gesprächige" Nager. Zwar liegt ein Teil ihrer Lautäußerungen in dem uns normalerweise verborgenen Ultraschallbereich, doch bekommen wir auch einige der Kontakt- oder Warnlaute mit.

  • Ein hoher, schriller Pfiff ist ein Alarmsignal. Die Tiere der Gruppe verharren wie versteinert oder ziehen sich schnellstmöglich in ein Versteck zurück.
  • Sehr ähnlich dem Alarmsignal sind Pfiffe, die oft mehrere Minuten andauern. Sie zeigen einen gewissen Unmut oder auch große Aufregung. Auch bei Schmerzen können Degus diesen Ton von sich geben. Er ist relativ einfach zu erkennen, da sich die anderen Degus in der Gruppe normalerweise nicht sehr dadurch beeindrucken lassen.
  • Begegnen sich Degus oder beobachtet man sie beispielsweise beim Kuscheln, kann man oft ein wohliges Glucksen oder auch "Zwitschern/Trillern" hören, dass als freundlicher Kontaktlaut zu deuten ist.
  • Ein ärgerliches Quieken hört man dann, wenn ein Degu in Ruhe gelassen werden möchte. Oft zu beobachten ist es bei Futterneid oder auch Rangordnungskämpfen. Begleitet wird es meist auch noch von einem dunklen "Knurren". Dieses Knurren zeigt eine gewisse Aggression und in Verbindung mit Zähnereiben steigert sich dies nochmals.
  • Junge Degus geben leises Fiepen von sich und halten so Kontakt zu ihrer Familie.
Auf dieser Seite gibt es Hörbeispiele für die einzelnen Lautäußerungen: Deguspecial.de
Text von Sabine Gehrsitz
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