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ZUCHT

Die Zucht von Kurzschwänzigen Zwerghamstern gelingt meist ohne große Probleme. Ausnahmen sind jedoch oft Roborowski-Zwerghamster. Das Aufwachsen von jungen Hamstern zu beobachten ist äußerst interessant - verlangt aber auch viel Verantwortung vom Halter. Bevor Sie mit der Zucht beginnen, sollte geklärt sein, wer die Jungtiere abnimmt. Wichtig ist zu beachten, dass Zwerghamster ca. alle 30 Tage einen Wurf haben können. Es sollte deshalb sichergestellt sein, dass die Jungtiere auch regelmäßig und dauerhaft abgenommen werden.

Die Geschlechtsreife tritt bei Zwerghamstern im Alter von etwa einem Monat ein. Weibchen sind etwas früher geschlechtsreif als Männchen. Haben Sie ein harmonierendes Paar, lässt der Nachwuchs nicht lange auf sich warten. Sollten die Tiere jedoch nicht harmonieren und müssen einzeln gehalten werden, setzt man das Weibchen in regelmäßigen Abständen zum Männchen in den Käfig. Niemals sollte man umgekehrt vorgehen, da das Weibchen das Männchen in seinem Revier stets angreifen würde. Ist das Weibchen aufnahmebereit, wird es das Männchen akzeptieren. Man lässt nun beide Tiere über Nacht zusammen. Am nächsten Morgen oder bei den ersten Anzeichen von Aggression entfernt man das Weibchen. Nun wird das Weibchen im Abstand von 3 Tagen gewogen, um die Trächtigkeit feststellen zu können, wobei bei kleinen Würfen diese Methode allerdings versagen kann.

Besser ist es, nur solche Tiere zur Zucht anzusetzen, bei denen beide Paarpartner dauerhaft harmonieren. Nicht nur, dass das Beobachten des gemeinsamen Familienlebens einige kurzweilige Stunden mit sich bringt, die Verpaarung von friedlichen Tieren miteinander ist zusätzlich die beste Möglichkeit, friedvolle Stämme aufzubauen. Aggressive Tiere sollten deshalb nach Möglichkeit nicht in die Zucht gelangen.

Die Tragzeit der Zwerghamster beträgt lediglich ca. 18-19 Tage. Nach etwa zwei Wochen erkennt man beim Weibchen den deutlich gerundeten Bauch. Jetzt beginnt das Weibchen auch, ein Nest auszubauen, in dem es die Jungen zur Welt bringt. Die Geburt findet meist in den frühen Morgenstunden statt.

 

Wichtig: Lassen Sie Muttertier und Junge möglichst in Ruhe und fassen Sie die Jungtiere auf keine Fall an. Es kann sonst passieren, dass das Weibchen die Jungen tötet und frisst.

Die Entwicklung der Jungtiere
Die Jungtiere sind bei der Geburt nackt, blind und taub. Nach ca. 5-6 Tagen öffnen sich die Ohren und das Fell beginnt zu wachsen. Die Augen öffnen sich mit ca. 13-15 Tagen. Zu diesem Zeitpunkt fangen die Jungen auch an, ihr Nest zu verlassen und die nähere Umgebung zu erkunden. Dabei nehmen sie auch bereits erste feste Nahrung auf. Dennoch werden sie bis zu 20 Tage gesäugt. Nach vier bis fünf Wochen kann man die Jungen dann von den Eltern trennen. Dies ist oft erforderlich, weil bereits der nächste Wurf da ist.

Ernährung während der Zuchtperiode
In der Zeit der Trächtigkeit braucht das Weibchen vermehrt Eiweiße, Vitamine und Mineralien. Deshalb sollten Zuchttiere regelmäßig Hundetrockenfutter, Insektenfutter oder Mehlwürmer als Zusatzfutter erhalten. Dies gilt auch für die Phase der Jungenaufzucht, da auch die heranwachsenden Jungtiere viel Eiweiß benötigen. Geben Sie zusätzlich regelmäßig Kalk, der für das Knochenwachstum der Jungen unerlässlich ist.

Text von Ralf Sistermann
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