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UNTERBRINGUNG

Worin bringe ich meine Zwergmäuse unter?

Für die Unterbringung der kleinen Zwerge sind hohe Aquarien oder Terrarien sehr gut geeignet.

Käfige sind nicht sehr empfehlenswert, da es für die Winzlinge gar kein Hindernis ist, einfach durch die Gitter zu schlüpfen. Im Fachhandel habe ich noch keinen Käfig mit ausreichend engem Gitterabstand gesehen. Man müsste sich wohl einen Käfig selber bauen, als Gitter würde ich Fliegengitter empfehlen (wie beim Aquariendeckel auch).
Aquarien sind im Grunde ganz gut geeignet für die Haltung von Zwergmäusen, der Nachteil ist nur die geringe Höhe, da Zwergmäuse gerne klettern und es problematisch werden kann, wenn man Pflanzen in das Aquarium stellen möchte. Dem kann man entgegen wirken, indem man einen käfigartigen Aufsatz für das Aquarium baut, wie auf dem Bild zusehen ist. Je niedriger das Becken ist, desto größer sollte die Grundfläche sein, damit die Zwergmäuse genug Bewegungsfreiheit haben. Ein Muss für ein Aquarium ohne Aufsatz ist natürlich ein Deckel, denn die Zwergmäuse klettern und springen so gut, dass sie nicht lange im Aquarium bleiben würden. Als Gitter eignet sich ziemlich gut Fliegengaze aus Metall oder feinmaschiges Gitter aus dem Modelleisenbahnladen, das ist etwas stabiler, dafür aber auch teurer.
Hohe Terrarien sind wohl die idealste Unterbringungsmöglichkeit. Das Positive daran ist, dass auch in hohen Terrarien die Luftzirkulation gut funktioniert, da meistens an der Ober- und Frontseite Lüftungsgitter angebracht sind. Durch die Höhe kann man auch größere Pflanzen (z.B. Schilf) reinsetzen. Bei einem 80-100cm hohen Terrarium reicht eine Grundfläche von 50x50cm, da die Zwergmäuse genug Bewegungsfreiheit haben im dreidimensionalen Raum. Auf der Homepage von Iris Müller findet ihr eine Anleitung zum Bau einer Terrarienkletterrückwand für Zwergmäuse.
Terrarien sind meistens seitlich durch Schiebetüren zu öffnen, daher muss man aufpassen, dass die kleinen Zwergmäuse nicht entwischen, wenn man im Käfig rumhantiert. Es gibt aber auch Terrarien, bei denen die Türen etwas höher angesetzt sind, da ist die Gefahr, dass mal eine Maus ausbüchst, natürlich geringer.
Der größte Nachteil an Terrarien ist aber der Preis. Im Laden bekommt man ein Terrarium mit den Maßen 50x50x80 kaum unter 150€. Gute Chancen an ein Günstiges zu kommen hat man, wenn man immer die Augen offen hält nach Gebrauchten z.B. bei eBay. Man kommt oft auch billiger weg, wenn man sich eins selber baut, was aber sehr arbeitsintensiv ist.
Einfacher als ein kompletter Neubau und billiger als ein Terrarium zu kaufen kann es sein, ein altes Aquarium (z.B. 100x40x40) hochkant zum Terrarium umzubauen.

EINRICHTUNG

Die nächste Frage, die man sich dann stellt, ist: Wie richte ich den Käfig ein?

Als erstes braucht man natürlich Futternäpfe und Wasserbehälter. Die Näpfe sollten ausreichend hoch sein, damit die Mehlwürmer, die sie täglich bekommen sollten, nicht über den Rand klettern können. Es ist nicht so schlimm, wenn mal einer in der Einstreu verschwindet (der verpuppt sich dann irgendwann und wird zu einem kleinen braunen Käfer), aber so kann man besser kontrollieren, wie viel die Zwergmäuse fressen. Der Napf sollte täglich gereinigt werden, weil sich die Winzlinge beim Fressen gerne in den Napf rein setzen und dabei auch pinkeln.

Als Trinkflasche nimmt man am besten normale Nippeltränken. In offene Gefäße pinkeln sie ja, wie gesagt, gerne mal rein und das ist nicht sehr hygienisch.
Um die Zwergmäuse, die zum Dickwerden neigen, in Bewegung zu halten, kann man das Futtergefäß und die Tränke etwas weiter von einander entfernt hinstellen. Den Futternapf beispielsweise so, dass die Mäuse erst dorthin klettern müssen. Bei alten und geschwächten Tieren muss man aber darauf achten, dass frisches Wasser und Futter immer gut erreichbar sind.
Als Einstreu kann man das handelsübliche Kleintierstreu verwenden. Es gibt inzwischen auch "Erlebniseinstreu" von manchen Marken. Zum Beispiel Waldboden oder Heideboden, wo drunter noch Rinde oder Moosstückchen gemischt sind. Das sieht auch ganz hübsch aus und an dem Moos knabbern die Zwergmäuse gerne mal.
So lange die Zwergmäuse noch keine Nester gebaut haben, schlafen sie auch gerne unter Heu oder wühlen sich unter die Einstreu.
Klettermöglichkeiten sind das wichtigste am Zwergmausheim. Man kann Äste von einheimischen, ungiftigen Bäumen reinstellen. Im Frühling am besten mit jungen Trieben, die fressen die Zwergmäuse gerne und sind voller Vitamine.
Aber am liebsten mögen die Zwergmäuse auf Gräsern rumklettern, weil sie darin auch ihre Nester bauen können.

Wenn man nicht lebende Pflanzen reinstellen möchte, kann man auch lange Gräser (Schilf etc.) von draußen sammeln (natürlich nicht vom Straßenrand oder gedüngtem Boden) und zusammenbinden, so dass sie Mäuse darauf rumturnen können, nur muss dabei darauf geachtet werden, dass diese nicht von wildlebenden Tieren verschmutzt sind, da sonst Krankheiten übertragen werden können. Kokosrückwände sind auch sehr beliebt, dadurch gewinnt man auch sehr viel an Fläche im Terrarium, die die Zwergmäuse auch nutzen können.
Versteckmöglichkeiten, wie Häuschen oder Kokosnüsse, kann man ihnen auch reinstellen, aber sie bauen sich ihre Schlafnester selber und das ist doch auch viel schöner

PFLANZEN IM ZWERGMAUSTERRARIUM

Wenn man in das Zwergmausterrarium lebende Pflanzen stellen möchte, müssen große Lüftungen vorhanden sein, denn sonst sammelt sich zu viel Feuchtigkeit durch die Verdunstung der Pflanzen und es kann zu einem CO2-Stau kommen. Wenn man nicht die Möglichkeit hat, sollte man Grassträuße oder ähnliches in das Gehege geben, denn nur bei Vorhandensein von Halmen bauen sich die Zwergmäuse ihre Kugelnester.

Pflanzen im Terrarium sind eine gute Möglichkeit, den Zwergmäusen ein möglichst naturnahes Gehege bieten zu können, da sie dadurch ihrem Klettertrieb immer nachgehen können.
Wenn man lebende Pflanzen nehmen möchte, sammelt sich auch viel Feuchtigkeit, daher muss man die Einstreu häufiger wechseln, man kann diese aber auch mit z.B. Torf mischen, der Feuchtigkeit bindet. Außerdem nagen die Zwerge gerne an den Halmen und wühlen sich auch gerne mal unter die Wurzeln, so dass die Lebensdauer der Pflanzen stark beschränkt ist. Trotzdem ist es lohnenswert, den Zwergmäusen richtige Pflanzen zu geben. Wer einmal die Zwerge in Aktion gesehen hat, weiß was ich meine.

Je nach Höhe der Unterbringung der Zwergmäuse, kann man ganze Pflanzen im Topf oder zusammengebundene Pflanzenbüschel, die noch mit Ästen verstärkt werden können, in den Käfig stellen. Man muss natürlich darauf achten, dass man nur ungiftige Pflanzen verwendet. Für niedrigere Käfige eignet sich Hafer ganz gut, den man selber einsähen kann. In der freien Natur sind Haferfelder auch ein bevorzugter Lebensraum für Zwergmäuse. Ansonsten eignen sich Gräser und andere Pflanzen, die man alle auch selber pflanzen kann.
In hohe Terrarien kann man natürlich auch hohe Pflanzen stellen. Kupferhirse (Panicum virgatum) ist dafür sehr gut geeignet, da die Blätter der Pflanze einen relativ kleinen Durchmesser haben und daher gut von den kleinen Pfötchen umklammert werden können. Die Blätter dürfen nicht viel mehr als 7mm dick sein, damit sie noch zum Klettern genutzt werden können. Kupferhirse wird 80 bis 100cm hoch und mit so einer Pflanze kommt erst richtig zur Geltung wie schnell und geschickt sich die Kleinen zwischen den Halmen bewegen. Gerne werden auch die Kugelnester zwischen solcher Vegetation gebaut. Rudolf Piechocki (Die Zwergmaus, 2001) stellte eine Liste auf mit den am häufigsten benutzen Nestbaumaterialien in freier Natur:

Schilf
Hundsquecke
Hafer
Rasen-Schmiele
Gemeiner Beifuß
Stacheldiste
Gemeines Labkraut
Gemeines Knäulgras

Phragmites australis
Agropyron caninum
Avena sativa
Deschampsia cespitosa
Artemisia vulgaris
Carduus acanthoides
Galium mollugo
Dactylis glomerata
Text von Sara Yousef
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