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ZUCHT

Bevor man züchten möchte, muss man sich erst einige Fragen stellen:

  • Habe ich genug Platz und Geld, möglicherweise mehrere Unterbringungsmöglichkeiten aufzustellen?
  • Wenn ich nicht alle Jungtiere behalten kann, habe ich genug Abnehmer für die Zwergmäuse?

Das sind wichtige Fragen, die man sich vorher stellen sollte, bevor man mit der Zucht beginnt.
Die Zucht gelingt bei eurasischen Zwergmäusen meist problemlos, wenn sie genug Versteckmöglichkeiten (z.B. viele Pflanzen) haben und vollwertig ernährt werden.
Wie bei allen Tierarten sollte man möglichst versuchen Inzucht zu vermeiden, auch wenn dies bei Zwergmäusen, die man oft in größeren Familiengruppen hält, nicht immer kontrollierbar ist. Bei so einer Haltung sollte man immer wieder blutsfremde Tiere einkreuzen, da Inzucht zu Häufung von Erbkrankheiten führt.

 

Wichtig: Weibchen sind während der Trächtigkeit häufig sehr aggressiv ihren Artgenossen gegenüber und versuchen, andere Mäuse aus ihrem Revier zu vertreiben. Da es in einem Käfig keine Ausweichmöglichkeiten gibt, können diese Kämpfe mit Verstümmelungen oder dem Tod eines Tieres enden. Daher ist es notwendig, wenn so ein Verhalten beobachtet wird, dass das trächtige Weibchen, für die Dauer der Trächtigkeit und die ersten Tage nach der Geburt separat gehalten wird.

 

Nach erfolgreicher Begattung beginnt das Weibchen mit dem Bau eines Wurfnestes, was aber teilweise auch erst wenige Tage vor der Geburt stattfinden kann. Besonders während der Trächtigkeit sollte man auf eiweißreiche Ernährung achten. Die Tragzeit beträgt ca. 20 Tage. Wenn man dann Fiepsen aus dem Nest hört, kann man davon ausgehen, dass das Weibchen geworfen hat. Meist sind es um die 5 bis 6 Junge, es können aber auch deutlich weniger oder in Einzelfällen auch viel mehr sein. Eine Nestkontrolle sollte man aber vermeiden, da das Weibchen aggressiv darauf reagieren könnte und dann ihren Nachwuchs umquartiert. Besonders bei Weibchen, die das erste Mal trächtig sind, kann es vorkommen, dass sie den Wurf auffressen. Das ist bei Mäusen nichts Ungewöhnliches.
Das Wurfnest ist ein wenig größer als die Schlafnester und der Eingang wird vom Weibchen zugestopft. Mit der Zeit werden die Besuche der Mutter bei den Jungen immer seltener, bis sie ca. nach 20 Tagen ganz aufhören. Ab dem 21. Tag können die Jungen dann von der Mutter getrennt werden. Die Geschlechter erkennt man am Abstand der Genitalien zum Anus, der bei den Weibchen kleiner ist. Außerdem kann man bei den Weibchen auch Zitzen erkennen und später sieht man auch ganz deutlich die Hoden der Männchen. Die adulten Zwergmausmännchen sind durchschnittlich etwas kleiner und leichter als die Weibchen.

Text von Sara Yousef
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