Die richtige Ernährung ist neben der Gehegegröße die wesentliche Grundlage für eine artgerechte Haltung. Leider wird auch in vielen Fachbüchern dieses Thema sehr stiefmütterlich behandelt. Ich möchte deshalb versuchen, in dieser Rubrik einige wichtige Grundlagen zum Thema Futtermittel darzustellen. Den Anfang machen Beschreibungen von Lebendfutter und Grünfutter aus der Natur sowie die Beschreibung der Nährstoffe allgemein. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die richtige Zusammensetzung von Körnerfutter. Außerdem stelle ich Keimfutter vor und erläutere dessen Herstellung.


INHALTSVERZEICHNIS

1. VERDAUUNGSORGANE

Beim Betrachten der Verdauungsorgane fällt zunächst auf, dass Nagetiere keine Eckzähne besitzen, die z. B. bei Raubtieren zur Nahrungszerkleinerung benutzt werden. Dafür sind die Schneidezähne verlängert und werden als Nagezähne benutzt. Weiterhin finden sich im Gebiss der Nager breite Backenzähne, die dem Zermahlen der Nahrung dient. Zwischen Schneidezähnen und Backenzähnen besteht eine Lücke. Auch wenn sich bei einigen Nagerarten neben den Backenzähnen so genannte Lückenzähne finden, besteht die charakteristische Lücke hinter den Schneidezähne doch immer.
Nachdem im Mund die Nahrung zerkleinert wurde und durch Verdauungsfermente die Umwandlung von Stärke in Zucker eingeleitet wurde, gelangt die Nahrung in den Magen. Im drüsenlosen Vormagen wird die Stärkeverdauung fortgesetzt, bevor dann im Drüsenmagen unter Einfluss von Pepsinen die Eiweißverdauung beginnt. Zusätzlich können zur Eiweiß- und Kohlenhydratverdauung Bakterien eingesetzt werden.
Nach der Passage durch den Magen wird dem Futterbrei im Zwölffingerdarm Gallenflüssigkeit, die der Emulgation der Fette dient, zugesetzt. Auch das Sekret der Bauchspeicheldrüse wird dem Nahrungsbrei im Zwölffingerdarm hinzugefügt. Er enthält Kohlenhydrate sowie Lipide und Lipoide (Fette und fettähnliche Stoffe) spaltende Enzyme (z. B. Amylasen und Esterasen).
Im Dickdarm findet schließlich die teilweise Verdauung der Rohfasern statt. Rohfasern sind Bestandteile der pflanzlichen Zellwände und enthalten keine eigentlichen Nährstoffe, sie spielen jedoch eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Darmperistaltik.
Eine Besonderheit bei Nagetieren ist das Kotfressen, das man u. a. bei Mäusen, Ratten und Meerschweinchen findet. Dabei werden Kotpillen gefressen, die aus den Blinddärmen stammen und die deutlich heller und weicher sind als normaler Kot. Durch das bakterienreiche Blinddarmmilieu wird die Rohfaser aufgeschlossen, wobei insbesondere Vitamine des B-Komplexes gebildet werden. Nagetiere könne also durch Kotfressen ihren Bedarf an Vitamin B decken.

 

2. FUTTERQUALITÄT

Die beste Zusammensetzung des Futters nützt nichts, wenn die verfütterten Saaten alt und überlagert sind, da sie dann einen Großteil der wichtigen Nährstoffe (speziell Vitamine) verloren haben. Deshalb ist es wichtig, beim Futterkauf die Qualität des Futters nicht nur bezüglich der Inhaltsstoffe, sondern auch in Bezug auf ihre Frische zu überprüfen. Wie aber erkennt man zu altes Futter?
Einen wichtigen Hinweis gibt die Verpackung. Auf ihr sollte das Abfülldatum, gegebenenfalls auch die Haltbarkeitsdauer, vermerkt sein. Futter, das älter als ein halbes Jahr ist, ist nicht mehr zur Verfütterung geeignet, da einerseits der Vitamingehalt kaum noch messbar ist, andererseits aber die Zahl der Keime, die sich zwangsläufig im Futter befinden, bereits eine kritische Konzentration erreicht haben kann. Es ist auch auf eine einwandfreie Verpackung des Futters zu achten, da nur so gewährleistet ist, dass keinerlei Keime wie Pilzsporen, Viren etc. aus der Luft auf das Futter gelangen können.
Ein weiter wichtiger Punkt ist die Angabe der Futterzusammensetzung auf der Verpackung. Hier sollte jeder einzelne Bestandteil des Futters aufgeführt sein. Bei Zoofachhändlern, die selbst zusammengestellte Mischungen anbieten, kann man die Zusammensetzung erfragen, ein seriöser Händler wird gerne Auskunft geben. Überprüfen Sie, ob die auf der Verpackung angegebene mit der tatsächlichen Zusammensetzung übereinstimmt, da es bei vielen Futtermühlen aus Kostengründen inzwischen leider üblich ist, teurere Saaten durch billigere zu ersetzen.

So genannte Futterbars mit losen Futtersorten sind mittlerweile bei vielen Zoofachhändlern zu finden. Aus den bisher genannten Punkten ergibt sich bereits, dass Futter aus diesen Futterbars keineswegs den erforderlichen Qualitätsansprüchen genügt. So kann weder das Abfülldatum noch die Zusammensetzung festgestellt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass das Futter frei zugänglich ist, so dass sich Krankheitserreger ohne Probleme im Futter anreichern können.
Einen weiteren Hinweis auf die Futterqualität erhalten Sie, wenn Sie das Futter genauer betrachten. Nehmen sie etwas Futter in die Hand und überprüfen Sie die Sauberkeit und den Geruch. Gutes Futter enthält weder Dreck noch Bruch (z. B. von zerriebenen Pellets) und darf auch nicht muffig riechen, da ansonsten entweder von generell minderer Qualität oder aber Überlagerung ausgegangen werden kann. Ein solches Futter sollten Sie niemals verfüttern. Eine der besten Methoden zur Feststellung von Frische und Qualität ist die so genannte Keimprobe. Nehmen sie ca. einen Esslöffel Körnerfutter und stellen sie daraus Keimfutter her. Wenn nicht mindestens 80% der Saaten keimen, ist das Futter minderwertig und sollte nicht mehr verfüttert werden. Die Keimprobe gibt damit letzte Gewissheit über die Frische des Futters.

3. NÄHRSTOFFE

Das Futter kann in Trockensubstanz und Wasser eingeteilt werden, welches aber insbesondere bei Körnerfutter nur einen geringen Anteil ausmacht. Die Trockensubstanz wird in organische, verbrennbare (Fette, Kohlenhydrate, Proteine) und anorganische, unverbrennbare Substanz (Mineralstoffe, Spurenelemente) eingeteilt.


3.1 Wasser
Der Körper eines Nagers besteht zu 80% aus Wasser. Da Körner nur 10% Wasser enthalten, muss den Tieren dieses zusätzlich zur Verfügung gestellt werden, da sie über Atmung und Ausscheidungen ständig Wasser verlieren. Einige Arten, z. B. Wüstenspringmäuse, sind jedoch in der Lage, Wasser selbst zu synthetisieren und brauchen daher auch bei geringem Frischfutterangebot keine Wassergabe.


3.2 Proteine

Die Gruppe der Proteine wird unterteilt in Rohproteine und die nicht verwertbaren Amide, die von einigen Wissenschaftlern sogar als krebserregend eingestuft werden. Die Proteine machen ca. 20% des Körpergewichts aus. Sie dienen dem Aufbau des Körpers, z. B. der Muskeln, sind aber auch an der Hormonbildung beteiligt.
Proteine bestehen aus Aminosäuren, bei Nagern sind ca. 20 verschieden Aminosäuren wesentlich. Einige dieser Aminosäuren können von Nagern selbst synthetisiert werden, andere (bis zu 10) müssen dem Körper von außen zugeführt werden. Diese werden als essentielle Aminosäuren bezeichnet.

Essentielle Aminosäuren: Nicht essentielle Aminosäuren: Bedingt essentielle Aminosäuren:
Isoleucin
Leucin
Lysin
Phenylalanin
Threonin
Tryptophan
Valin
Alanin
Asparaginsäure
Asparagin
Glutaminsäure
Glycin
Prolin
Arginin
Histidin
Cystein
Glutamin
Tyrosin
Serin

Bedingt essentiell bedeutet, dass bei bestimmten Krankheiten und auch im juvenilen Alter die körpereigene Synthese dieser Aminosäuren gestört oder unzureichend sein kann.
Tierische Eiweiße aus Eiern, Milchprodukten und Lebendfutter sind in der Zusammensetzung dem Eiweiß der Nagetiere ähnlicher als Pflanzenproteine und enthalten somit die für den Nager essentiellen Aminosäuren in ausreichender oder nahezu ausreichender Menge. Sie werden daher als "vollwertig" eingestuft, d. h. ihre relative Biologische Wertigkeit (BW) wird mit 100 % angegeben. Pflanzliche Eiweiße erreichen diesen Wert nicht, wie folgende Zusammenstellung zeigt:

Hülsenfrüchte BW in % Andere Nahrungspflanzen BW in %
  - Sojabohnen
- Bohnen
- Erbsen
- Linsen
ca. 86
55 - 65
50 - 60
ca. 45
  - Kartoffeln
- Weizen
- Reis
- Mais
71 - 79
68 - 77
ca. 60
50 - 60

(Quelle: BITSCH, I., 1991: Ernährungslehre. In: FREDE: Taschenbuch für Lebensmittelchemiker und -technologen. Teil 1. 197-210. Springer Verlag, Berlin und Heidelberg.)


Da Eiweiße nicht durch andere Nahrungsbestandteile ersetzt werden können, ist eine ausreichende Eiweißversorgung für jeden Nager überlebenswichtig.
Da unterschiedliche Futtermittel verschiedene Aminosäuren enthalten, ist eine ausgewogene Futtermischung die Grundvoraussetzung für eine optimale Proteinversorgung. So enthalten z. B. Erbsen einen hohen Anteil an Lysin, welches zu den essentiellen Aminosäuren gehört, wohingegen Getreide kaum Lysin enthält.
Aber nicht nur Eiweißmangel, auch ein Überangebot an Eiweiß kann schädliche Folgen haben. Überschüssiges Eiweiß wird als Fett eingelagert und führt so langfristig zu Organschäden.

Proteinträger Rohprotein in g/1000g Lysin in g/1000g Methionin + Cystein in g/1000g Threonin in g/1000g Tryptophan in g/1000g
Gerste 10,6 0,38 0,29 0,42 0,34 0,36 0,29 0,12 0,09
Weizen 13,3 0,38 0,32 0,50 0,45 0,38 0,33 0,15 0,13
Mais 8,5 0,25 0,19 0,37 0,31 0,31 0,25 0,06 0,05
Sojabohnen 35,2 2,22 1,84 1,08 0,85 1,41 1,11 0,48 0,39
Ackerbohnen 25,4 1,63 1,34 0,52 0,32 0,90 0,69 0,22 0,15
Erbsen 20,9 1,50 1,22 0,52 0,37 0,78 0,59 0,19 0,13
Lupinensaat 31,8 1,47 1,29 0,69 0,59 1,07 0,92 0,25 0,22
Rapsschrot 34,8 1,95 1,44 1,59 1,19 1,53 0,09 0,45 0,32
Kartoffeleiweiß 73,8 5,83 5,25 2,88 2,37 4,30 3,70 1,02 0,82

Tabelle 1. Protein- und Aminosäuregehalte verschiedener Futtermittel (Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft)


3.3 Kohlenhydrate
Die Kohlenhydrate sind die am weitesten verbreiteten organischen Nahrungsbestandteile. Auch die Rohfasern, die zwar kaum verdaulich sind, aber u. a. wegen ihrer Sättigungsfunktion eine wichtige Rolle in der Ernährung spielen, gehören zu den Kohlenhydraten. Insbesondere Gras bzw. Heu, aber auch ungeschälte Getreide haben einen hohen Rohfaseranteil, der wesentlich zur Aufrechterhaltung der Darmperistaltik und somit auch zur besseren Ausnutzung der anderen Nahrungsbestandteile führt.

Kohlenhydrate stellen dem Körper hauptsächlich Energie zur Verfügung, der Brennwert von Glucose beträgt z. B. 15,1 kJ/g. Unterteilt werden die Kohlenhydrate je nach ihrer Größe in Einfachzucker (Monosaccharide), Zweifachzucker (Disaccharide) oder Mehrfachzucker (Polysaccharide). Einfachzucker (z. B. Fructose, Glucose) sind am leichtesten verdaulich, ihr Energiegehalt ist aber auch schnell verbraucht. Deshalb sind Oligosaccharide (z. B. Saccharose) oder Polysaccharide (z. B. Stärke) von höherem Nährwert. Zwar ist die Aufspaltung dieser Zucker langwieriger, dies bedeutet aber, dass sie nicht auf einmal, sondern über einen längeren Zeitraum in den Blutkreislauf gelangen, und dementsprechend auch länger als Energielieferanten genutzt werden können. Cellulose, der Hauptbestandteil der pflanzlichen Zellwände, ist für viele Lebewesen unverdaulich. Nagetiere können dieses Kohlenhydrat nur mit Hilfe von Bakterien im Blinddarm spalten und so für die Energieverwertung nutzbar machen.
Nicht jedes Kohlenhydrat kann von Nagern tatsächlich aufgenommen bzw. verwertet werden. So führt z. B. die in der Milch enthaltene Laktose zu Durchfallerscheinungen, da den Nagern die zur Aufspaltung notwendigen Enzyme fehlen.
Bei einem Überangebot werden die überschüssigen Kohlenhydrate als Fett gespeichert.


3.3.1 Natürliche Vorkommen von Zuckern

Monosaccharide (Einfachzucker)

Glukose (Traubenzucker ):
Fruktose (Fruchtzucker):
Galaktose (Schleimzucker):

Obst, Honig
Obst, Honig
in Milchprodukten

Disaccharide (Zweifachzucker)

Saccharose (Rohr-, Rübenzucker):
Maltose (Malzzucker):
Laktose (Milchzucker):

Obst, Zuckerrohr, Zuckerrüben
in keimendem Getreide, Malz
in Milchprodukten, Frischkäse

Polysaccharide (Vielfachzucker)
Stärke:
Dextrin:
Glykogen:

Zellulose:
in Getreideprodukten, Kartoffeln, Hülsenfrüchte
Abbauprodukt der Stärke, in Zwieback, Brot
einziger tierischer Vielfachzucker; in Leber und Muskeln
Gerüstsubstanz der Pflanzen; wird durch Fressen des Blindarmkots verwertet

 


3.4 Fette

Fette dienen mit ihrem hohen Brennwert der Energiegewinnung sowie als Träger fettlöslicher Vitamine.
Fette sind aus Glycerin und Fettsäuren aufgebaut, die in ungesättigte und gesättigte Fettsäuren unterteilt werden. Ungesättigte Fettsäuren können ebenso wie essentielle Aminosäuren nicht vom Körper hergestellt werden und müssen von außen zugeführt werden.

3.4.1 Natürliche Vorkommen von ungesättigten Fettsäuren

Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure-Familie):
In Pflanzenblättern wird die Muttersubstanz der Omega-6-Fettsäure-Familie, die Linolsäure, aus gesättigten Fettsäuren gebildet. Linolsäure ist die wesentliche Speicherform pflanzlicher Fette und daher in hohen Konzentrationen in Pflanzensamen gespeichert. Besonders reich an Linolsäure sind vor allem Soja, Sonnenblumen, Weizenkeime und Mais. Aber auch tierische Fette enthalten noch beträchtliche Mengen an Linolsäure.

Omega-3-Fettsäuren (Linolensäure-Familie):
Der Umwandlungsschritt von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren findet nur in grünen Blättern, Algen, Moosen und Farnen statt. Säugetiere können diese Umwandlung nicht durchführen. Die Omega-3-Fettsäure Linolensäure kommt daher ebenfalls in Pflanzen vor, allerdings meistens in weit geringerer Menge als Linolsäure (nur ca. 1-10% des Gehaltes von Linolsäure). Nur Soja, Leinsamen, Walnuss und Raps enthalten wesentliche Mengen an Linolensäure. In allen gebräuchlichen Pflanzenfetten überwiegen bei weitem die Omega-6-Fettsäuren.
Nagetiere nehmen Fettsäuren mit der Nahrung auf. Gesättigte (z. B. Palmitinsäure) und einfach ungesättigte Fettsäuren (Ölsäure) kann der Organismus auch selbst z. B. aus Zucker herstellen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren können jedoch nicht vom Organismus synthetisiert werden. Da diese Fettsäuren aber lebenswichtig sind, müssen sie in ausreichender Menge mit der Nahrung zugeführt werden. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind daher essentielle Fettsäuren.
Besonders bei großer körperlicher Anstrengung wie der Jungenaufzucht ist der Fettbedarf eines Nagers hoch. Auch braucht ein Tier in einem großen Käfig mit viel Bewegung mehr Fett, als ein in einem kleinen Käfig ohne größere Bewegungsfreiheit gehaltenes Tier. Ein Überangebot an Fett führt zur Verfettung und ist die Ursache für vielfältige Organschäden.


3.5 Vitamine

Bei den Vitaminen unterscheidet man natürliche Vitamine und künstlich hergestellte, die weitgehend die gleiche Wirkung zeigen. Lediglich das künstlich hergestellte Vitamin K3 unterscheidet sich diesbezüglich von natürlichem K1 und kann zu Schäden führen. Deshalb sollten keinerlei Vitaminpräparate an die Tiere verfüttert werden, die K3 enthalten.
Vitamine spielen eine wesentliche Rolle im Stoffwechsel und sind zur Gesunderhaltung unserer Tiere unerlässlich. Der Handel bietet eine Vielzahl an Vitaminpräparaten an, wobei die pulverförmigen den flüssigen vorzuziehen sind, da in flüssigen Vitaminlösungen oft nur wasserlösliche Vitamine enthalten sind. Bei einer ausgewogenen Ernährung ist die Gabe von Vitaminpräparaten allerdings ohnehin überflüssig.
Vitaminmangel kann zu schweren Ausfallerscheinungen führen. Eine Überdosierung vor allem der Vitamine A, D und E kann allerdings auch Vergiftungen nach sich ziehen.


3.5.1 Wasserlösliche Vitamine:

Zu den wasserlöslichen Vitaminen gehören B1, B2, B6, B12 und C. Die Vitamine des B-Komplexes spielen eine wichtige Rolle bei der Verdauung. Fehlen sie, kann es zu Wachstumsstörungen, Lähmungen und Blutarmut kommen.
Vitamin C spielt bei fast allen Stoffwechselvorgängen eine Rolle, kann bei Mangel aber notfalls auch aus Kohlenhydraten synthetisiert werden.


3.5.2 Fettlösliche Vitamine:

Die Vitamine A, D, E und K bilden die Gruppe der fettlöslichen Vitamine. Um sie aufnehmen zu können, benötigt der Nager Fett. Aus diesem Grund sind in flüssigen Vitaminlösungen kaum fettlösliche Vitamine enthalten, denn sie lösen sich in Wasser nicht auf.

Vitamin A ist nur in tierischen Futtermitteln enthalten, pflanzliche Futtermittel enthalten lediglich eine Vorstufe, die Provitamine. Vitamin-A-Mangel bewirkt eine Verhornung der Speiseröhre, Knochenschwäche, Augenveränderungen bis hin zu Erblindung und Koordinationsschwierigkeiten.
Vitamin D wird von den Nagern als Vorstufe aufgenommen, die sich nur unter dem Einfluss von UV-Licht in Vitamin D umwandelt. Vitamin D regelt den Calcium- und Phosphorhaushalt, ein Mangel führt zu Rachitis.
Fehlt ausreichendes UV-Licht, muss Vitamin D in synthetischer Form zugefüttert werden, ansonsten reichen Grünfutter und Mineralgaben aus.
Vitamin-E-Mangel führt zu Schäden im zentralen Nervensystem, die sich u. a. in der berüchtigten Dreherkrankheit äußern. Besonders viel Vitamin E enthalten chlorophyllhaltige Pflanzenteile und Getreidekeime.
Eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung spielt Vitamin K, bei Mangel kann es zu Hirnblutungen kommen. Besonders bei Gabe von Antibiotika ist der Bedarf an Vitamin K erhöht.


3.5.3 Vorkommen und Wirkungsweise von Vitaminen

Vitamin chemische Bezeichnungen Vorkommen Störungen bei Unterversorgung Wirkungen
A
Retinol Karotten, grüne und gelbe Gemüse, Palmöl, Eigelb, Eigenherstellung aus ß-Carotin Verhornung von Haut und Schleimhäuten, Gewichtsverlust, verringerte Anpassung des Auges in der Dunkelheit erhöht die Widerstandskraft, in der Rekonvaleszenz
Vorstufe: ß-Carotin (Provitamin A) Karotten, Mangos, Petersilie, Spinat, Eigelb Infektanfälligkeit, ungesunde Haut, erhöhte erhöhte Krebsprävalenz schützt Zellen vor krebserregende Substanzen, steigert die Immunabwehr
B1
Thiamin Vollkorn-
Produkte, Kleie, Hefe, Kartoffeln
Störungen des Wachstums, Gewichtsabnahme, Nervenstörungen fördert Wachstum und Verwertung der Kohlenhydrate und die Nervenfunktion
B2
Riboflavin Eier, Milch, grünes Blattgemüse Störungen des Wachstums, Gewichtsabnahme, Nervenstörungen, Schädigungen der Haut und der Schleimhäute hilft beim Wachstum und bei der Fortpflanzung, gut für Haut, Krallen und Fell und das Sehen
B3
Niacin, Nicotinsäureamid, Nicotinamid, Niacinamid, NADP/NADPH Hefe, Vollkorn-
Produkte, Eigensynthese aus Tryptophan
Pellagra, Entzündung und Verfärbung der Haut, Entzündung der Schleimhäute, Nervenstörungen bei Störungen des Magen-Darms
B5
Pantothensäure Weizenkeime, Getreide, Eier, Gemüse, Hefe, wird auch von der Darmflora gebildet Störungen des Wachstums, Gewichtsabnahme, Nervenstörungen, Schädigung der Haut und Schleimhäute fördert Wundheilung, verbessert die Abwehrreaktion, beugt frühzeitiger Erschöpfung vor, nach Behandlung mit Antibiotika
B6
Pyridoxin Hefe, Kiwis, Kleie, Kartoffeln, Gemüse, Eier Hautschädigungen, Entzündungen an Mund und Augen, Nervenstörungen verbessert die Eiweiß und Fett- Aufnahme, fördert die Synthese von Nukleinsäuren im Zellkern, bei Krämpfen und Nervenleiden
B12
Cyanocobalamin Eigelb, Milch Anämie, verminderter Gehalt an roten Blutkörperchen, verminderte Zellvermehrung, Störung der Eiweißsynthese bildet und regeneriert rote Blutkörperchen, Wachstum und Appetit fördernd, für die Nervenfunktion
-
Folsäure Weizenkeime, Kürbis, Avocados, Bohnen, dunkelgrüne Gemüse, Hefe Störungen der Blutbildung, Entzündungen der Schleimhaut, Störungen im Magen-Darm-
Trakt
verhindert schwere Missbildungen bei Jungtieren, verbessert die Milchproduktion bei Muttertieren, gut für die Haut, steigert den Appetit
C
Ascorbinsäure Kiwis, Zitrusfrüchten, Beeren, Paprikaschoten, grünes Gemüse, Kartoffeln Infektanfälligkeit, Blutungen, Haut, Gelenke, innere Organe, Veränderung der Knochen- und Zahnsubstanz, Anämie, gestörte Herztätigkeit steigert das Abwehrsystem, stärkt das Bindegewebe, fördert die Wundheilung, schützt vor krebserregende Stoffe, kann Alterungsprozesse verlangsamen
D
Calciferol, Ergocalciferol (pflanzlich), Cholecalciferol (tierisch),
Vorstufen: Dehydro-
Cholesterin, Ergosterin
Milchprodukte,Eigelb Deformierung der Knochen, Rachitis bei Jungtieren, Osteomalazie und Osteoporose bei Alttieren für kräftige Knochen und Zähne, fördert den Calciumeinbau, fördert die Vitamin A-Wirkung
E
Tocopherol Weizenkeimöl und andere pflanzliche Öle, Margarine, Blattgemüse, Eier Leistungsvermögen verringert, Störungen der Fruchtbarkeit, Muskelschwund, Anämien verzögert die Alterung der Haut und anderer Organe, schützt Zellen vor krebserregende Stoffe, beugt frühzeitiger Erschöpfung vor, bei Krämpfen
H
Biotin Sojamehl, Blumenkohl, Herstellung auch durch Darmbakterien Übererregbarkeit, Veränderungen der Haut und Schleimhäute für Krallen, Haut und Fell, Ekzeme
K
Phyllochinon Joghurt, Eier, Spinat, Grünkohl, Blumenkohl Verzögerung der Blutgerinnung verhindert innere Blutungen, fördert die Blutgerinnung

Tabelle 2. Übersicht der verschiedenen Vitamine, ihr Vorkommen und die Wirkungsweise beim Menschen.(Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE))


3.6 Mineralstoffe

Calcium, Phosphor, Natrium, Chlor und Kalium sind die wichtigsten Mineralstoffe. Sie werden zum Aufbau der Knochen, des Blutes und für die Weiterleitung von Nervenimpulsen benötigt. Fehlen sie, kommt es zu Knochenerweichung, Blutarmut und Störungen des Nervensystems.
Besonders bei Calcium und Phosphor spielt das Verhältnis eine wichtige Rolle, optimal ist ein Verhältnis dieser Elemente von 2:1. In Getreide ist diese Verhältnis ungünstigerweise zugunsten des Phosphor verschoben, so dass eine zusätzliche Calciumgabe erforderlich ist.
Chlor und Natrium kommen im Kochsalz vor. Aber Vorsichtig bei der Verfütterung, eine Überdosierung kann zu Vergiftungen führen.


3.6.1 Spurenelemente

Mangan, Zink, Eisen, Jod und Kupfer benötigt der Nager ebenfalls, allerdings nur in geringen Mengen, ein Mangel ist daher eher selten.

Mineralstoff chem. Symbol Vorkommen Wirkung (Auszug)
Eisen [Fe] Schnittlauch, Petersilie, Spinat, Löwenzahn, Brunnenkresse,
verschiedene Getreide- und Obstsorten
Sauerstoffspeicherung und Transport,
beeinflusst Oxidationsprozesse
Jod [I] Futtertalk Aufbau von Schilddrüsenhormonen
Calcium [Ca] Brunnenkresse (180mg/ 100g)
Löwenzahnblätter (175mg/ 100g)
Brokkoli (115mg/ 100g)
Mangold (105mg/ 100g)
Sonnenblumenkerne (100mg/ 100g)
Stoffwechsel der Muskulatur, Reizleitung der Nerven-
bahnen und Blutgerinnung
Kalium [K] Verschiedene Gemüse- und Obstsorten, Getreideprodukte Hydration, Enzymreaktionen,
Osmolarität der Zellen, Reizleitung
Kobalt [Co]   Biosynthese von Vitamin B12,
verschiedene Enzymreaktionen
Kupfer [Cu]   Bildung roter Blutkörperchen,
Entwicklung von Knochen
Magnesium [Mg] Weizenkleie, Weizenkeime, Vollkorngetreideprodukte, verschiedene Gemüsesorten Kalziumantagonist,
verschiedene Enzymreaktionen
Mangan [Mn]   Funktion der Eierstöcke,
Stoffwechsel innerhalb der Knochen
Natrium [Na] Getreideprodukte, Gemüse siehe Kalium
Phosphor [P] Getreideprodukte (Mais) und Gemüseprodukte, Obst siehe Calcium
Selen [Se] Vollkorngetreideprodukte Bildung verschiedener Enzyme,
Stärkung des Immunsystems
Zink [Zn] alle Arten von Rüben, Vollkorngetreideprodukte,
Obst (Äpfel, Birnen), alle grünen Gemüsesorten
Wirkung auf verschiedene Stoffwechselfunktionen,
beeinflusst Säure-, Basen- und Enzymhaushalt

Tabelle 3. Vorkommen und Wirkungsweise von Mineralien (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE))

4. NÄHRSTOFFGEHALT

Auf dieser Seite finden Sie die wesentlichen Inhaltsstoffe des Apfels, dem wohl meistgefütterten Obst. Außerdem habe ich hier die Nährstoffzusammenstellungen der wichtigsten Futtermittel zusammengefasst.

Sorte Vitamin C in mg/100 Zuckergehalt in % Säure in g/l
Boskoop 16 14-16 9-12
Cox Orange 9 11-14 5-8
Elstar 9 14-15 7-11
Gloster 6 11-14 4-7
Golden Delicious 8 12-15 4-7
Holsteiner Cox 15 12-15 6-11
James Grieve 7 k.A. 9-10
Jonagold/Jonagored 10 13-15 5-7

Tabelle 4. Nährstoffgehalte verschiedener Apfelsorten (Quelle: BUND)


4.1 Der Nährstoffgehalt von Körnerfutter
Körner werden je nach Gehalt an Kohlenhydraten bzw. Fetten in mehlhaltige (kohlenhydratreiche) und ölhaltige (fettreiche) Saaten unterteilt.

Mehlhaltig: Ölhaltig:
Spitzsaat
Haferkerne
Japanhirse
Platahirse
Senegalhirse
Mannahirse rot
Silberhirse
Rote Hirse
Buchweizen
Weizen
Kolbenhirse (Senegal/Manna)
Quinoasaat
Knaulgras
Grassamen - grob
Grassamen - fein
Timothegras
Paddyreis
Milo
Dari
Negersaat
Rübsen
Raps
Leinsaat
Hanf
Blaumohn
Perilla
Zichorie
Nachtkerze
Gold of Pleasure/Leindotter
Salatsamen
Distelsamen
Sonnenblumen
Sesam
Kiefernsamen
Fichtensamen
Tannensamen
Mariendistel
Kardisaat
Lärchensamen
Zypressensamen

Der Anteil an Protein ist bei den fetthaltigen Saaten mit ca. 20% höher als bei den mehlhaltigen (10-15%), dennoch ergänzen diese sich unter Berücksichtigung der verschiedenen vorhandenen Aminosäuren. Bei den mehlhaltigen Saaten haben Spitzsaat (15,1%) und Haferkerne (13,9%) den höchsten Proteingehalt, gefolgt von Japanhirse, Senegalhirse und Mannahirse (je etwa 11,1%).
Der Vitamingehalt der ausgereiften Sämereien ist als unzureichend anzusehen, dies gilt gleichermaßen für den Gehalt an Mineralien und Spurenelementen, wobei die Saaten meistens einen deutlichen Mangel von Calcium aufweisen, wohingegen ein Calcium-Phosphor-Verhältniss von 2:1 erwünscht wäre.
Eine der wenigen Ausnahmen ist hier die Sesamsaat, welche einerseits einen hohen Calcium- wie auch Phosphorgehalt im optimales Verhältnis von 1,3% Calcium zu 0,72% Phosphor aufweist und sich zum anderen durch ihren Gehalt an Aminosäuren (speziell Arginin) und essentiellen Fettsäuren auszeichnet.
Sesamsaat darf daher insbesondere in der Zucht- und Wachstumsphase als ein ideales Ergänzungsfutter oder Bestandteil der Körnermischung angesehen werden. Eher aus Unwissenheit wird der Sesamsaat wenig Beachtung geschenkt.

5. KÖRNERFUTTER - das Hauptfutter für Nagetiere

Nagetiere sind überwiegend Körner fressende Säuger. Dies bedeutet, dass die domestizierten Nager wie auch ihre wilden Vorfahren ihren Nahrungsbedarf überwiegend aus einer Vielzahl verschiedener Sämereien decken. Ein Nahrungsangebot aus fachgerecht zusammengestellten Körnermischungen ist daher die Grundlage einer optimalen Nagerhaltung.


5.1 Zusammenstellung des Hauptfutters:

Grundbestandteil einer durchdachten Körnermischung für Nager sind die mehlhaltigen Saaten, z. B. Spitzsaat, die oft auch unter den Bezeichnungen Glanz oder Kanariensaat anzufinden ist. Der Anteil an mehlhaltigen Saaten im Hauptfutter sollte über 60% liegen. Ideal ist ein Gehalt von ca. 40% Spitzsaat, weitere mehlhaltige Saaten werden zu jeweils 5% Prozent hinzugemischt.
An ölhaltigen Saaten kommen schwerpunktmäßig Negersaat und Kardisaat zum Zuge. Der Anteil ölhaltiger Saaten kann des Weiteren ergänzt werden durch Anteile an Perilla, Leinsaat, Hanf und so genannten Wildsamen wie Mohn und Sesam. Der Hanfanteil sollte möglichst 3% nicht überschreiten. Zum einen wirkt Hanf sehr triebig, zum anderen verursacht eine übermäßige Verfütterung von Hanf vermutlich Stoffwechselstörungen.

Die genaue Zusammenstellung des Körnerfutters sollte auch speziell auf die unterschiedlichen Phasen im Biorhythmus der Nager und auf die Haltungsbedingungen eingehen. So ist bei einer kalten Überwinterung der Anteil ölhaltiger Saaten entsprechend höher zu halten als bei einer temperierten Haltung oder gar in der Zuchtphase. Die Erhöhung des Anteiles an ölhaltigen Saaten kann z. B. über die Beimischung von Sesam erfolgen.
Da die Zuchtphase eine besondere Beanspruchung der Nager darstellt, muss zu dieser Zeit der Anteil ölhaltiger Saaten höher sein als in der Ruhephase. Dabei sollten Saaten gewählt werden, welche vorteilhaft in Bezug auf Proteingehalt und Anteilen an essentiellen Aminosäuren sowie Fettsäuren sind. Dies sind neben der Negersaat Perilla, Sesam und Mohn.

Amaranth
Blätter und Samen von Amaranth sind essbar. Es wächst in Extremlagen tropischer Hochländer und enthält viel hochwertiges Eiweiß und viele ungesättigte Fettsäuren, außerdem viele wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente, besonders Calcium und Eisen. Amaranth zeichnet sich durch gute Verdaulichkeit und hohe Verwertbarkeit aus.
Buchweizen
Ernährungsphysiologisch ist Buchweizen durch den hohen Gehalt an lebenswichtigen Aminosäuren wie Lysin, Arginin und Tryptonphan, die Vitamine B, E sowie die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen und Fluor besonders hochwertig.
Dari
Hohe Anteile von Stärke und Proteinen zeichnen Dari aus, allerdings ist der Gehalt an essentielle Aminosäuren gering. Ein weiterer Nachteil ist das ungünstige Calcium-Phosphor-Verhältnis von 1:3.
Dinkel
Dinkel wurde schon von den Kelten und alten Ägyptern angebaut und hat ein feines nussartiges Aroma. Das von Zuchtmaßnahmen verschonte Urkorn wird vom Organismus besonders gut vertragen.
Gerste
Gerste zählt zu den ältesten Getreidesorten und enthält etwa 10 Prozent Eiweiß, außerdem Stärke, wenig Fett, viel Calcium Eisen, Phosphor und die Vitamine Niacin, E, B1, B2.
Glanz (oder Kanariensaat)
Glanz ist reich an Stärke und Proteinen, der Fettanteil ist jedoch gering.
Hafer
Die Nährwerte von Hafer zeichnen das Getreide gegenüber anderen Sorten als besonders hochwertig aus. Er ist das eiweiß- und fettreichste Getreide mit den höchsten Mengen an lebenswichtigen Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen. Enthält besonders viel Calcium, Eisen, Silizium, Zink, Mangan sowie Vitamin B1 und E.
Mais
Dieses Getreide wird nach den Kornmerkmalen in acht verschiedene Formen unterschieden. Die wichtigsten sind Hartmais, Zahnmais, Mehlmais, Zuckermais. Mais fehlen wichtige Eiweißstoffe, eine rein maisbetonte Ernährung kann somit zu einer Unterversorgung mit bestimmten Aminosäuren führen. Er ist reich an ungesättigten Fettsäuren und enthält außerdem Fett, Vitamine und Mineralstoffe.
Reis
Reis besteht zu 70 Prozent aus Stärke, etwa einem Prozent Fett und rund acht Prozent Eiweiß. Er ist reich an essentiellen Aminosäuren sowie Phosphor, Calcium, Magnesium und Eisen. Vollkornreis enthält außerdem viele Vitamine. Geschältem, weißem Reis mangelt es besonders an diesen wichtigen Nährstoffen
Sesam
Sesam besitzt einen hohen Anteil an Proteinen mit vielen essentiellen Aminosäuren und ein ideales Verhältnis von Calcium und Phosphor von 2:1. Zusätzlich enthält Sesam einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren.
Weizen
Weizen hat einen hohen Anteil an Stärke und Proteinen, der Fettgehalt ist eher gering. Essentielle Aminosäuren kommen im Weizen allerdings weniger vor.

5.2 Keimfutter
Keimfutter – was ist das? Nun, die Antwort ist relativ einfach. Bei Keimfutter handelt es sich um normales Körnerfutter, welches gewässert wurde und dann zu keimen beginnt.
Während in der Ziervogelhaltung die Gabe von Keimfutter schon lange Usus ist, findet sich in Kreisen von Nagerfreunden kaum jemand, der sein Futter durch gekeimte Saaten ergänzt. Dabei hat Keimfutter einige entscheidende Vorteile gegenüber ungekeimten Saaten, denn durch den Keimvorgang verringert sich der Fettgehalt und der Vitamingehalt nimmt zu. Besonders wertvoll ist Keimfutter, wenn die Keime gerade durchgebrochen bzw. erst 1-2 mm lang sind. Wachsen die Keime weiter aus, nimmt der Anteil an unverdaulicher Rohfaser zu und der Energiegehalt sinkt.
Wichtig bei der Keimfuttergabe sind vor allem die langsame Gewöhnung der Tiere an dieses Futter sowie der maßvolle Umgang damit. Durch zu großzügige Keimfuttergaben oder eine zu rasche Umstellung kann es zu Verdauungsproblemen mit schweren Durchfällen kommen, wodurch der Vorteil des Keimfutters sofort wieder zunichte gemacht wird.
Quellfutter, in der Ziervogelhaltung ebenfalls sehr beliebt, ist für Nager weniger geeignet. Unter Quellfutter versteht man Futter, das lediglich gewässert wurde, ohne dass es zu einem sichtbaren Keimprozess gekommen ist. Der wesentliche Nachteil des Quellfutters ist, dass es durch die starke Wasserzufuhr zu vermehrter Urinausscheidung mit entsprechendem Mineralienverlust kommen kann.


5.2.1 Die Zubereitung von Keimfutter

Waschen Sie die Körner in einem Sieb unter fließendem Wasser gründlich ab und lassen sie dann mit Wasser bedeckt z. B. über Nacht maximal acht Stunden quellen. Ich benutze dafür einen ganz normalen Kochtopf, den ich geöffnet stehen lasse. Die Körner dürfen nicht länger als acht Stunden im Wasser bleiben, da sie sonst zu gären beginnen.

Nach Ablauf dieser Zeit wäscht man die Körner erneut vorzugsweise in einem Küchensieb aus Kunststoff, lässt das Wasser abtropfen und hängt das Sieb mit den Körnern anschließend in einen Topf. Legen Sie den Deckel leicht über das Sieb, um die Körner vor Staub zu schützen. Die Körner müssen nun im Sieb zwischen 24 und 48 Stunden bei möglichst konstanter Temperatur keimen. Ein Plastiksieb ist am besten geeignet, weil ein Metallsieb rosten könnte, obwohl die meisten Siebe angeblich rostfrei sind. Erfahrungsgemäß bestehen viele aber den "Keimfutter-Härtetest" nicht.

Waschen Sie die keimenden Körner etwa alle zwölf Stunden unter fließendem Wasser ab, um Schimmelbildung zu vermeiden. Nach dem mehrfachen Waschen und dem Keimen können Sie Ihren Tieren das Futter anbieten. Meine Tiere mögen das Keimfutter am liebsten, wenn es zwischen 24 und 36 Stunden gekeimt hat.

Geeignete Saaten:
Zu Herstellen von Keimfutter sind alle ungeschälten Saaten geeignet. Beliebt sind bei mir vor allem gekeimte Hirse, Sonnenblumenkerne und Weizen. Nicht geeignet sind geschälte Saaten, da diese verschleimen und die Gefahr der Verpilzung sehr hoch ist. Da in den meisten Fertigmischungen jedoch z. B. geschälter Hafer ist, sollte man möglichst nur Einzelsaaten keimen lassen.

Hygiene:
Beim Zubereiten und Lagern von Keimfutter muss man unbedingt auf größtmögliche Hygiene achten. Gekeimtes Futter verdirbt rasch und riecht dann säuerlich, beziehungsweise ist es dann mit Schimmelpilzen überzogen. Verfüttern Sie niemals verdorbenes oder schimmeliges Futter an Ihre Tiere! Ist das Futter verdorben, muss es weggeworfen werden. Selbst wenn beispielsweise nur ein geringer Teil des Futters verdorben ist, werfen Sie bitte unbedingt alles weg, da sich Schimmelpilzfäden für das bloße Auge unsichtbar mehrere Zentimeter weit durch das Keimfutter ziehen können!

Das Futter sollte zudem nie länger als vier Stunden für die Tiere zugänglich sein, da es gerade in den Sommermonaten extrem schnell verdirbt. Die Näpfe, in denen Sie Keimfutter anbieten, sollten Sie nach dem Entfernen der verspeisten Körner heiß und gründlich auswaschen sowie gegebenenfalls desinfizieren, damit sich darin keine Krankheitserreger festsetzen können.

6. GRÜNFUTTER

Grünfutter stellt eine wichtige Bereicherung des Speiseplans für die in Menschenobhut befindlichen Nagetiere dar. Während allerdings die Bedeutung von Obst und Gemüse in vielen Haltungsberichten hervorgehoben wird, fehlen Angaben über bei uns heimische Wildkräuter und Wildgräser als Nagerfutter fast gänzlich. Dabei sind sie ein ideales und vitaminreiches Futter, das noch dazu kostenlos zur Verfügung steht. Es macht lediglich ein wenig Mühe, sie zu sammeln, aber das sollte uns die optimale Ernährung unsere Pfleglinge schon wert sein. Darüber hinaus verschafft das Sammeln von Grünfutter dem Nagerhalter auch Frischluft, Bewegung und Naturerlebnis.

Nicht verschwiegen werden soll jedoch, dass Grünfutter ein (wenn auch geringes) Risiko der Krankheitsübertragung mit sich bringt. Deshalb sollte mit Vogelkot verunreinigtes Grünfutter keinesfalls verfüttert werden. Wird in der Nähe stark befahrener Straßen gesammelt, können die Kräuter stark mit Schadstoffen belastet und nicht zum Verfüttern geeignet sein.

Wichtig: Die wichtigsten Regeln bei der Gabe von Wildkräutern und Wildgräsern sind deshalb:
  • niemals Grünfutter in der Nähe stark befahrener Straßen sammeln
  • kein mit Vogelkot oder sonstigen Tierexkrementen verunreinigtes Grünfutter verfüttern
  • vor dem Verfüttern das Grünfutter gut abspülen
  • keine unbekannten, evtl. giftigen Pflanzen verfüttern

Im Folgenden werden einige Futterpflanzen vorgestellt, die bedenkenlos an Nagetiere verfüttert werden können:

Löwenzahn (Taraxacum officinale)
Vorkommen: Rasen, Wiesen, Ödland, Acker, Gärten, Wälder. Liebt stickstoffsalzreichen Boden.
Blütezeit: März – November
Verwertbar: gesamte Pflanze
Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris)
Vorkommen: auf Brachflächen, Äckern und in Gärten
Blütezeit: Januar bis Dezember
Verwertbar: Blätter, Samen
Breitwegerich (Plantago maior)
Vorkommen: auf Wiesen und Weiden
Blütezeit: Juni bis Oktober
Verwertbar: Blätter, Samen
Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa)
Vorkommen: auf frischen nährstoffreichen Wiesen und Weiden, an Wegrändern
Blütezeit: Mai bis Juli
Verwertbar: Blätter, Samen
Vogelmiere (Stellaria media)
Vorkommen: wächst auf frischen, nährstoffreichen Böden, vorzugsweise auf Äckern, in Gärten, am Komposthaufen und in Gewächshäusern
Blütezeit: Januar bis Dezember
Verwertbar: gesamte Pflanze
Wiesen-Rispengras (Poa pratensis)
Vorkommen: wächst als Futtergras auf Wiesen, Weiden und an Wegesrändern
Blütezeit: Mai bis Juni
Verwertbar: Samen
Hagebutte oder Heckenrose (Rosa canina)
Das Fruchtfleisch ist äußerst vitaminhaltig (Vitamin C, A, K und P). Man kann sie im halbreifen Zustand gut einfrieren, damit man sie auch im Winter füttern kann.
Verwertbar: Früchte
Sternmoos (Mnium spec.)
Vorkommen: Verbreitetes Waldbodenmoos, Schatten und Feuchtigkeit liebend; auch in feuchten Wiesen, auf morschem Holz
Verwertbar: ganze Pflanze
Besonders für Wühlmäuse und Lemminge empfehlenswert!

7. LEBENDFUTTER

Zur ausgewogenen Ernährung gehört die ausreichende Versorgung mit tierischem Eiweiß. Insbesondere Jungtiere in der Wachstumsphase, aber auch trächtige oder säugende Weibchen benötigen größere Mengen an tierischem Eiweiß.
Um die Versorgung zu gewährleisten, gibt es viele Möglichkeiten. So kann man den Tieren getrocknete Garnelen, Insekten- und Eifutter aus der Ziervogelernährung oder Katzenfutter (nass oder trocken) verfüttern.
Ein wesentlicher Punkt bei der Versorgung mit tierischem Eiweiß ist aber die Gabe von Lebendfutter. Dieses kann entweder als Wiesenplankton selbst gesammelt oder aber im Zoofachhandel erworben werden. Sammelt man selbst, so sollte darauf geachtet werden, dass die Futtertiere nicht in der Nähe von Flächen gesammelt werden, auf denen Pestizide und Insektizide eingesetzt werden, da diese sich in den Futtertieren sammeln und so zu einer schleichenden Vergiftung der damit gefütterten Kleinsäuger führen können. Ein weiteres Risiko stellen Krankheitserreger und Parasiten dar, die durch die in der Natur gesammelten Futtertiere in den Bestand eingeschleppt werden können.
Bei der Verfütterung von gekauften lebenden Futtertieren sollte darauf geachtet werden, dass sie vor der Verfütterung ausreichend und vitaminreich gefüttert wurden. Schlecht gefüttertes Lebendfutter besteht hauptsächlich aus Chitin, was zu Verdauungsproblemen bis hin zu Vergiftungserscheinungen bei den damit gefütterten Tieren führen kann. Bei Mehlwürmern kommt noch hinzu, dass sie in vielen Fällen auf Zeitungspapier gehalten werden, welches sie fressen und dessen Inhaltsstoffe (z. B. Druckerschwärze) sie bei der Verfütterung weitergeben.
Vor der Verfütterung sollten deshalb die Futterinsekten mindestens eine Woche ausreichend und gehaltvoll ernährt werden. Käferlarven wie Mehlwürmer und Zophobas sollten auf Kleie oder Haferflocken gehalten und mit Möhren u. ä. ernährt werden. Die Entnahme zur Verfütterung erfolgt am besten mit einem kleinen Sieb, mit dem auch die Fäkalien der Würmer ausgesiebt werden können. Grillen, Heuschrecken und Heimchen sollten ausreichend Grünfutter wie Löwenzahn, Gras, Salat etc. erhalten.
Besonders bei der Gabe von Mehlwürmern hat es sich bewährt, diese vor der Verfütterung leicht mit Lebertran zu beträufeln und anschließend mit Vitamin- oder Mineralpulver zu bestäuben.

Mehlwürmer (Tenebrio molitor)
Larve des Mehlkäfers
wohl das bekannteste Futtertier
2,5-3 cm
hoher Fettanteil
nur geringe Mengen verfüttern (2-3 Würmer/Tier am Tag)
übermäßige Gabe kann zu Vitamin A und B-Mangel führen
Schwarzkäferlarven (Zophobas morio)
größer als Mehlwürmer
hoher Fettgehalt
5,5-6 cm
länger haltbar, da kaum Verpuppung in Gesellschaft
nur geringe Mengen verfüttern (1-2 Würmer/Tier am Tag)
Heimchen (Acheta domesticus)
1,8-2,5 cm
als Futtertier sehr beliebt
geeignet für: alle Kleinsäuger
kann auch in größeren Mengen verfüttert werden
Nachteil: Kann aus normalem Käfig entkommen
Zweifleckgrille (Gryllus bimaculatus)
Grundfarbe schwarz
zwei goldgelbe Flecken auf den Vorderflügeln
30-35 mm
geeignet für: alle Kleinsäuger
kann auch in größeren Mengen verfüttert werden
Nachteil: Kann aus normalem Käfig entkomme
Ägyptische Wanderheuschrecke (Locusta migratoria)
4-6cm (adulte Tiere)
geeignet für: alle größeren Kleinsäuger (subadulte Stadien auch für kleiner Säuger geeignet)
Nachteil: entkommt leicht
Wüstenheuschrecke (Schistocerca gregaria)
6-8cm (adulte Tiere)
geeignet für: alle größeren Kleinsäuger (subadulte Stadien auch für kleiner Säuger geeignet)
Nachteil: entkommt leicht
Wachsmottenlarve (Galleria mellonella)
22-28mm
hoher Fettanteil
wird nicht von allen Tieren angenommen
nur gelegentlich verfüttern
Argentinische Schabe (Blabtica dubia)
Männchen tragen Flügel, Weibchen ungeflügelt
ca. 4 cm
geeignet für: alle größeren Kleinsäuger (Stachelmäuse, Goldhamster, Opossums)
Vorteil: können nicht springen und nicht an glatten Wänden hoch laufen
Totenkopfschabe (Blaberus craniifer)
5-6 cm
sehr kräftig, aufgrund sehr stacheliger Beine und großer Kraft nur geeignet für größere Kleinsäuger, ideales Futter z. B. für Kurzschwanzopossums

8. FUTTERKONZEPT

Nachdem ich mich lange und eingehend mit dem Freileben der von mir gehaltenen Arten beschäftigt habe, bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass das von mir bisher verwendete Futter nicht den tatsächlichen, also natürlichen Ernährungsgewohnheiten meiner Pfleglinge entspricht. Insbesondere der Fettgehalt erschien mir bei der verfütterten Mischung aus Großsittichfutter und Hamsterfutter zu hoch, da die meisten der von mir gepflegten Nager, insbesondere viele Rennmäuse, aus Gegenden mit knappem Nahrungsangebot stammen. Einen wesentlichen Anteil am Nahrungsspektrum der frei lebenden Nager haben Gras, Grassamen und Wurzeln, lediglich ergänzt durch tierisches Eiweiß.

Ich bin deshalb dazu übergegangen, meinen Tieren ein Futter anzubieten, was ihrem natürlichen Nahrungsspektrum entspricht. In einem ersten Schritt habe ich deshalb den meisten Arten sämtliche Obstrationen gestrichen und sie durch Wurzelgemüse ersetzt. Hintergrund für diese Entscheidung ist z. B., dass eine Rennmaus in freier Wildbahn wohl kaum jemals an einen Apfel herankommt, hingegen Wurzeln für sie jederzeit erreichbar sind. Auch der hohe Gehalt an Einfachzuckern (Fruchtzucker) von Obst steht im Widerspruch zum Gehalt an Mehrfachzuckern (Stärke) bei Wurzeln. Da aber das Verdauungssystem der Tiere sich im Laufe der Evolution auf den Abbau der Stärke zur Energiegewinnung spezialisiert hat, kann die Gabe von leicht verdaulichen Einfachzuckern dauerhaft zu Schäden führen. Ein Beispiel hierfür ist die Linsentrübung von Degus in Folge von Diabetes. Des Weiteren bin ich davon überzeugt, dass die verkürzte Lebenserwartung domestizierter Mongolischer Rennmäuse gegenüber ihren wilden Ahnen nicht nur auf Inzucht zurückzuführen ist, sondern auch die Folge einer zu guten Ernährung ist. So sind mir durchaus Tiere bekannt, die aufgrund zu reichhaltiger Ernährung ein Gewicht von 100g deutlich überschritten haben. Da das Organssystem der Tiere aber auf eine solche Körpermasse in keiner Weise ausgelegt ist, bleiben Organschäden nicht aus.

Ich habe deshalb inzwischen mein Futterkonzept radikal verändert und konnte nach rund einem Jahr Erfahrung feststellen, dass sich die Umstellung bewährt hat. Alle von mir gehaltenen Arten haben sich erfolgreich reproduziert und die Zahl der Jungtiere pro Wurf ist um ca. 20% angestiegen.
Aufgrund dieser Erfahrungen möchte ich mein Futterkonzept hier vorstellen.


8.1 Rennmäuse, Akazienmäuse, Streifengrasmäuse

Grundfutter:
Bei der Zusammenstellung dieses Futters wurde darauf geachtet, den Fettanteil möglichst gering zu halten. Zusätzlich ist der Proteingehalt so eingestellt, dass er für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen ausreichend ist. Um die Vitaminversorgung der Tiere zu gewährleisten erhalten sie einmal wöchentlich einen Teelöffel Keimfutter pro Tier.

Futterart ► Körnerfutter Grünfutter tierisches Eiweiß
Zusammensetzung 50% Wellensittichfutter
20% Kanarienfutter 30% Grassamen
Möhre
Schwarzwurzel
Steckrübe
rote Beete
Petersilienwurzel
Löwenzahn
Hirtentäschel
etc.
2 Mehlwürmer
2 Heimchen
1 Teelöffel Insektenfutter
1 Teelöffel Eifutter
etc
Menge 2 Teelöffel pro Tier/Tag ad libitum alternativ pro Woche/Tier

Tabelle 5. Grundfutter für Rennmäuse, Akazienmäuse, Streifengrasmäuse

Zuchtfutter:
Für die Zucht wird der Anteil an Proteinen hochgefahren, um eine optimale Entwicklung der Embryonen gewährleisten zu können. Zusätzlich erhalten die Tiere 2-3mal wöchentlich einen Teelöffel Keimfutter, um die Vitaminversorgen sicherzustellen.
Das Zuchtfutter wird mit Beginn der Zuchtzeit und bis zur Selbstständigkeit der Jungtiere gereicht. Nach Absetzen der Jungtiere erhalten die Alttiere wieder das Grundfutter.

Futterart ► Körnerfutter Grünfutter tierisches Eiweiß
Zusammensetzung 40% Wellensittichfutter
20% Kanarienfutter 25% Grassamen
5% Sesam
5% Dinkel oder Weizen
5% Buchweizen
Möhre
Schwarzwurzel
Steckrübe
rote Beete
Petersilienwurzel
Löwenzahn
Hirtentäschel
etc.
2 Mehlwürmer
2 Heimchen
1 Teelöffel Insektenfutter
1 Teelöffel Eifutter
etc
Menge 2 Teelöffel pro Tier/Tag ad libitum alternativ pro Woche/Tier

Tabelle 6. Zuchtfutter für Rennmäuse, Akazienmäuse, Streifengrasmäuse

Aufbaufutter:
Das Aufbaufutter wird kranken oder schwächlichen Tieren gereicht. Da diese einen erhöhten Energiebedarf haben, ist der Fettgehalt dieses Futters entsprechend größer. Dieses Futter wird so lange gereicht, bis die Tiere ihr Normalgewicht erreicht haben. Auf Keimfutter wird dabei verzichtet, um Durchfallerkrankungen vorzubeugen.

Futterart ► Körnerfutter Grünfutter tierisches Eiweiß
Zusammensetzung 40% Wellensittichfutter
20% Kanarienfutter 15% Grassamen
5% Sesam
5% Dinkel oder Weizen
10% Buchweizen
5% Leinsamen
Möhre
Schwarzwurzel
Steckrübe
rote Beete
Petersilienwurzel
Löwenzahn
Hirtentäschel
etc.
1 Teelöffel Insektenfutter
1 Teelöffel Eifutter
etc
Menge 2 Teelöffel pro Tier/Tag ad libitum alle 2 Tage/Tier

Tabelle 7. Aufzuchtfutter für Rennmäuse, Akazienmäuse, Streifengrasmäuse


8.2 Stachelmäuse

Grundfutter:
Stachelmäuse haben einen höheren Bedarf an tierischem Eiweiß als die o. g. Arten. Deswegen wird bei ansonsten gleicher Zusammenstellung des Grundfutters der Anteil an tierischen Einweißen erhöht. Um die Vitaminversorgung der Tiere zu gewährleisten, erhalten sie einmal wöchentlich einen Teelöffel Keimfutter pro Tier.

Futterart ► Körnerfutter Grünfutter tierisches Eiweiß
Zusammensetzung 50% Wellensittichfutter
20% Kanarienfutter
30% Grassamen
Möhre
Schwarzwurzel
Steckrübe
rote Beete
Petersilienwurzel
Löwenzahn
Hirtentäschel
etc.
2 Mehlwürmer
2 Heimchen
1 Teelöffel Insektenfutter
1 Teelöffel Eifutter
etc
Menge 2 Teelöffel pro Tier/Tag ad libitum alternativ alle 2Tage/Tier

Tabelle 8. Grundfutter für Stachelmäuse

Zuchtfutter:
Für die Zucht wird der Anteil an Proteinen hochgefahren. Auch der Anteil an Keimfutter wird erhöht auf 2-3mal wöchentlich einen Teelöffel je Tier.
Das Zuchtfutter wird mit Beginn der Zuchtzeit und bis zur Selbstständigkeit der Jungtiere gereicht. Nach Absetzen der Jungtiere erhalten die Alttiere wieder das Grundfutter.
Auf ein Aufbaufutter wird bei den Stachelmäusen verzichtet, es reicht hier das normale Grundfutter.

Futterart ► Körnerfutter Grünfutter tierisches Eiweiß
Zusammensetzung 40% Wellensittichfutter
20% Kanarienfutter
25% Grassamen
5% Sesam
5% Dinkel oder Weizen
5% Buchweizen
Möhre
Schwarzwurzel
Steckrübe
rote Beete
Petersilienwurzel
Löwenzahn
Hirtentäschel
etc.
2 Mehlwürmer
2 Heimchen
1 Teelöffel Insektenfutter
1 Teelöffel Eifutter
etc
Menge 2 Teelöffel pro Tier/Tag ad libitum alternativ pro Tag/Tier

Tabelle 9. Zuchtfutter für Stachelmäuse


8.3 Zwergmäuse

Grundfutter:
Das Futter der Zwergmäuse gleicht dem der Stachelmäuse, lediglich die Futtermenge ist reduziert. Dies gilt auch für die Gabe von Keimfutter sowie für das Zuchtfutter.

Futterart ► Körnerfutter Grünfutter tierisches Eiweiß
Zusammensetzung 50% Wellensittichfutter
20% Kanarienfutter
30% Grassamen
Möhre
Schwarzwurzel
Steckrübe
rote Beete
Petersilienwurzel
Löwenzahn
Hirtentäschel
etc.
1 Mehlwürmer
1 kleines Heimchen
1/4 Teelöffel Insektenfutter
1/4 Teelöffel Eifutter
etc
Menge 1/2 Teelöffel pro Tier/Tag ad libitum alternativ alle 2Tage/Tier

Tabelle 10. Grundfutter für Zwergmäuse


8.4 Zwergschläfer:

Grundfutter:
Zwergschläfer nehmen im Verhältnis zu ihrer Körpergröße enorme Mengen an Futter auf. Dabei ist insbesondere der Bedarf an tierischem Eiweiß sehr groß. Wird er nicht ausreichend befriedigt, kann es trotz ausgesprochen geselliger Lebensweise zu Kannibalismus kommen. Da Zwergschläfer hauptsächlich auf Bäumen leben, wird ihnen statt Gemüse Obst in jeglicher Form gereicht. Auf ein besonderes Zucht- und Aufbaufutter kann aufgrund der Zusammensetzung des Futters verzichtet werden. Werden die Tiere jedoch kalt überwintert, sollte der Anteil der fetthaltigen Saaten im Futter erhöht werden.

Futterart ► Körnerfutter Grünfutter tierisches Eiweiß
Zusammensetzung 70% Wellensittichfutter
20% Kanarienfutter ohne Rübsen
10 % Sesam
Apfel
Birne
Banane
Melone
Papaya
Löwenzahn
Hirtentäschel
etc.
10 Mehlwürmer oder kleine Heimchen, alternativ 2 große Heuschrecken
2 Teelöffel Insektenfutter
2 Teelöffel Eifutter, bzw. 2 Teelöffel Katzenfutter
etc
Menge 1 Teelöffel pro Tier/Tag ad libitum alternativ Tag/Tier

Tabelle 11. Grundfutter für Zwergschläfer


8.5 Lemminge und andere Wühlmäuse

Grundfutter:
Wühlmäuse fressen hauptsächlich Grünfutter, insbesondere Heu und Moos. Ohne die Gabe dieser Futterbestandteile bleibt ein Zuchterfolg deshalb auch oftmals aus. Tierisches Eiweiß steht dagegen kaum auf dem natürlichen Speisezettel. Es reicht deshalb aus, wenn es nur gelegentlich gereicht wird.
Auffällig sind die enormen Mengen, die täglich gefressen werden. Deshalb sollte besonders das Grünfutter ausreichend zur Verfügung stehen.

Futterart ► Körnerfutter Grünfutter tierisches Eiweiß
Zusammensetzung 70% Wellensittichfutter
20% Kanarienfutter ohne Rübsen
10 % Sesam
Möhre
Schwarzwurzel
Steckrübe
rote Beete
Petersilienwurzel
Löwenzahn
Hirtentäschel
Heu
Moos
Grasballen mit Wurzel
etc.
Mehlwürmer
kleines Heimchen
Teelöffel Insektenfutter
Teelöffel Eifutter
etc.
Menge 1 Teelöffel pro Tier/Tag ad libitum gelegentlich

Tabelle 12. Grundfutter für Wühlmäuse

Text von Ralf Sistermann
Impressum | Design by Alexandre Maia