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STECKBRIEF

Wissenschaftlicher Name: Taterillus harringtoni
Deutscher Name:
Harringtons Rennmaus
Englischer Name: Harrington´s Gerbil
Ordnung: Rodentia
Familie: Muridae
Unterfamilie: Gerbillinae
Vorkommen:
Ostafrika
Größe:
8 cm + 12 cm Schwanz
Gewicht: 25-35 g
Geschlechtsreife: Mit etwa 6 Monaten
Tragzeit: 23 Tage
Durchschnittliche Wurfgröße: 4-6 Junge
Sozialverhalten:
?
Aktivitätsphasen: Nachtaktiv
Besonderheiten: -
Anspruch:  

ALLGEMEINES

Taterillus harringtoni bevölkert ganz Ostafrika. Sie ist deutlich kleiner als die meisten anderen Rennmausarten in Menschenobhut. Die großen Ohren und Augen weisen sie als nachtaktiv aus. Der Rücken ist rötlich-braun gefärbt, der Bauch weiß. Der lange Schwanz trägt am Ende eine kleine schwarze Quaste.

In ihrer Heimat leben die Tiere in kleinen Kolonien. Sie bevorzugen sandigen Untergrund, kommen aber auch in die Nähe menschlicher Ansiedlungen, wo sie auf den Feldern durchaus Schäden anrichten können. Ihre Bauten sind sehr einfach und liegen höchstens 25 cm tief unter der Oberfläche.

Die Vergesellschaftung von T. harringtoni scheitert meist, bisher liegen aber nur wenige Erfahrungen vor. In meinem Besitz befindet sich momentan eine Gruppe aus einem Männchen und zwei Weibchen. Bei der gemeinsamen Haltung der Tiere waren zunächst keinerlei Aggressionen festzustellen. Dies ändert sich jedoch immer dann, wenn ein Weibchen Junge zeitigt. Das Muttertier vertreibt die anderen Tiere aus der Nähe der Jungen und es kann zu heftigen Beißereien kommen, wobei u. a. Teile des Schwanzes abgebissen werden können. Nach einiger Zeit, die ich diese Art nun schon halte, muss ich leider feststellen, dass eine Gruppenhaltung kaum möglich ist. Dabei kommt es immer wieder zu Streitigkeiten, wobei dem unterlegenen Tier meist büschelweise Fell ausgerissen wird. Dies kann übrigens auch bei Paaren passieren, deren Paarungsspiel besonders heftig ist. Bei meinen Paaren erkenne ich am kahlen Nacken des Weibchens, dass ein Wurf ansteht. Andere Züchter hingegen haben die Erfahrung gemacht, dass Gruppen aus bis zu 4 Tieren gut harmonieren. Bei größeren Gruppen kann es aber auch hier zu Problemen kommen.

Da die Bestände in Menschenobhut momentan noch sehr gering sind, sollte diese Art vorrangig paarweise untergebracht werden. Das verhindert zumindest Streitigkeiten zwischen mehreren gleichzeitig Junge aufziehenden Weibchen, außerdem ist nur so ein sicheres Feststellen der Abstammung der Jungtiere möglich, was nötig ist, um möglich blutsfremde Stämme aufzubauen und die Art dauerhaft in Menschenobhut zu erhalten.

Text von Ralf Sistermann
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