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UNTERBRINGUNG

Von Natur aus Einzelgänger, ist auch bei der Haltung im Terrarium die Pflege von Einzeltieren sicher kein Fehler. Für ein Exemplar reicht ein Terrarium von etwa 100 cm Länge aus. Besser sind statt der üblichen Standardterrarien von 100x50x50 cm allerdings Behälter, die bei wenigstens 120x60 cm Grundfläche eine Höhe von 80-100 cm oder mehr aufweisen. Darin lassen sich viele Korkröhren und dickere Äste unterbringen, die von den Zwergopossums gerne zum Klettern benutzt werden. Eigene Erfahrungen mit einer „hygienischen“ Haltung auf Kleintierstreu und lediglich totem Einrichtungsmaterial sind sehr positiv, andere Halter haben aber in ausreichend großen Terrarien auch mit naturnaher Einrichtung (Erde, lebende Pflanzen) gute Erfahrungen gemacht. Man muss sich aber im Klaren darüber sein, dass dann das Sauberhalten erheblich erschwert wird. Zwergopossums sollen relativ empfindlich gegen Verschmutzungen sein, so dass gerade bei ihrer fleischreichen Ernährung Futterreste und Kot rasch entfernt werden sollten. Auf Erde oder auch Borkenstücken ist dies natürlich sehr erschwert, da sich der Kot kaum vom Untergrund abhebt.

Zur Einrichtung gehört in jedem Fall als Schlafplatz mindestens ein mittelgroßer Nistkasten je Tier. Wasser wird problemlos aus Trinkflaschen angenommen. Einige Zwergopossums sind sehr neugierige Tiere, die jeden Einrichtungsgegenstand sehr genau untersuchen, was bei mir regelmäßig dazu führte, dass die Trinkflaschen aus ihren Haltern rutschten, seitdem sind diese zusätzlich gesichert. Wassernäpfe sollten auf keinen Fall verwendet werden, da sonst schnell die Gefahr besteht, dass das Wasser durch hineingefallene Futterreste verdirbt. Als v. a. dämmerungs- und nachtaktive Tiere sind sie nicht auf eine künstliche Beleuchtung des Terrariums angewiesen, dafür soll aber die Raumtemperatur aufgrund ihrer tropischen Herkunft nicht dauerhaft unter 20°C sinken. Mehrere Futternäpfe für verschiedene Futtersorten müssen so aufgestellt werden, dass die recht kräftigen Tiere sie nicht sofort umstoßen können. Tägliches Spülen der Futternäpfe sollte selbstverständlich sein. Viele Zwergopossums haben bevorzugte Fress- und Kotplätze. Gerade Nistkisten werden oft zur Kotabgabe genutzt. Dadurch können die meisten Verschmutzungen durch Futterreste und Kot meist sehr leicht entfernt werden, indem nur die Streu in einer Ecke des Terrariums ausgetauscht oder einfach das Schlafhäuschen gereinigt werden, so kommt es kaum zu einer störenden Geruchsentwicklung.

Die Erfahrungen mit der Haltung mehrerer Tiere sind sehr unterschiedlich. Geschwisterpaare, die gemeinsam aufwachsen, bleiben z. T. auch als adulte Tiere völlig friedlich und nutzen gemeinsame Schlafplätze. Allerdings scheint die Nachzucht mit verwandten Tieren oft sehr schwierig zu sein. Andere lassen sich zumindest solange als Paare halten, bis das Weibchen Junge bekommt. Dann kann es sowohl wegen Aggressivitäten des Weibchens gegenüber dem Männchen, als auch wegen Angriffen des Männchens auf die Jungen, zu Problemen kommen. Solche Tiere schlafen üblicherweise immer in getrennten Nistkästen. Und natürlich gibt es auch Tiere, die sich wirklich immer nur (unter Beobachtung) für wenige Tage zusammen halten lassen, bis es zur Paarung kommt, und die ansonsten unbedingt alleine gehalten werden müssen, will man Verletzungen oder Todesfälle vermeiden. Für Liebhaber, die in erster Linie an der Haltung interessiert sind und erste Erfahrungen sammeln wollen, bevor sie an einen Zuchtversuch denken, empfiehlt sich auf jeden Fall die Haltung eines Einzeltieres. Dies entspricht ihrer Lebensweise in der Natur und gerade bei Einzelhaltung werden viele Exemplare in kurzer Zeit äußerst zahm. Will man eine dauerhafte Paarhaltung versuchen, ist ständige Beobachtung des Verhaltens wichtig, um bei starken Aggressionen sofort eingreifen zu können. In jedem Fall sind sehr viele Versteckmöglichkeiten und mehrere Schlafkästen Bedingung dafür, so dass sich die Partner bei Streitigkeiten sofort aus dem Weg gehen können und die Terrarien sollten auch entsprechend geräumig sein. Zur Vergesellschaftung fremder Tiere kann es hilfreich sein, ihnen die ersten Tage Lebendfutter im Überfluss anzubieten, so dass sie durch die Jagd nach den Futtertieren voneinander abgelenkt sind. So klappten bei mir mehrere Vergesellschaftungen fremder Tiere und diese waren dann auch auf Dauer zusammen zu halten. Aber auch wenn dies so positiv verlaufen kann, sollte man immer darauf eingerichtet sein, die Tiere sehr schnell trennen zu können und dementsprechend mehrere Behälter zur Verfügung zu haben.

Text von Stefan Schumacher
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