Unbenanntes Dokument

STECKBRIEF

Wissenschaftlicher Name:
Microtus guentheri
Deutscher Name:
Levante-Wühlmaus
Englischer Name:
Guenther´s vole
Ordnung:
Rodentia
Familie:
Muridae
Unterfamilie:
Arvicolinae
Vorkommen:
Balkan, Türkei
Größe:
11-15 cm + 1,9-2,7cm Schwanz
Gewicht:
18-60 g
Geschlechtsreife:
mit 20-40 Tagen
Tragzeit:
19-21 Tage
Durchschnittliche Wurfgröße:
1-4
Sozialverhalten:
in Familiengruppen
Aktivitätsphasen:
V. a. tagaktiv
Besonderheiten:
Neigen zu Diabetes, deshalb Ernhrung beachten
Anspruch:
Einfach

ALLGEMEINES

Wühlmäuse sind bei den meisten Menschen nur als lästige Schädlinge bekannt, dabei stellen sie äußerst interessante Pfleglinge dar, die ein interessantes Verhaltensrepertoire aufweisen. Levante-Wühlmäuse sind kleine, kompakt gebaute Nager, die oberseits dunkelbraun gefärbt sind. Der Bauch und die Unterseite des Schwanzes sind grau gefärbt. Sie leben in Familienkolonien, die aus mehr als einem Dutzend Tieren bestehen können. Sie bauen einfache, knapp unter der Erdoberfläche oder in größeren Grassoden gelegene Nester aus totem Gras. Sie bevorzugen Gebiete mit dichtem Bewuchs von Blaugras. Zwischen den Gräsern legen sie Laufgänge an, die die einzelnen Nester verbinden. So versuchen sie ihren zahlreichen Fressfeinden wie Eulen, Falken und Raubsäugern zu entgehen.
Die Nahrung der Levante-Wühlmäuse besteht aus Gras, Wurzeln, jungen Sprossen, Beeren und Pilzen. Die Lebenserwartung frei lebender Levante-Wühlmäuse beträgt ein bis maximal zwei Jahre. Die Vermehrung erfolgt während einer Fortpflanzungsperiode von 10 Monaten pro Jahr. Nach einer sehr kurzen Tragzeit von 19-21 Tagen wirft das Weibchen 1-4 Jungtiere. Bereits nach 20 Tagen können die Jungtiere geschlechtsreif sein und die nächste Generation hervorbringen. In günstigen Jahren pflanzt sich nicht nur die ersten, sondern auch die zweite Generation eines Jahres selbst fort. Diese Massenvermehrungen führen dann zu großen Wanderungen wie bei verschiedenen Lemmingen.

Levante-Wühlmäuse sind gesellige Tiere, was bei der Haltung berücksichtigt werden sollte. Die Tiere müssen daher mindestens paarweise oder besser in Gruppen von 4-6 Individuen gehalten werden, wobei die Anzahl der Weibchen die der Männchen übersteigen sollte. Bewährt haben sich Konstellationen aus 1 Männchen und drei Weibchen oder 2 Männchen und vier Weibchen.

Text von Ralf Sistermann
Impressum | Design by Alexandre Maia