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STECKBRIEF

Wissenschaftlicher Name: Eliurus grandidieri
Deutscher Name:
Grandidiers Quastenschwanzratte
Englischer Name: Grandidier`s Tuft-tailed Rat
Ordnung: Rodentia
Unterordnung: Myomorpha
Überfamilie: Muroidea
Familie: Nesomyidae
Unterfamilie: Nesomyinae
Vorkommen:
Madagaskar
Größe:
?
Gewicht: ?
Geschlechtsreife: ?
Tragzeit: ?
Durchschnittliche Wurfgröße: 2
Sozialverhalten:
Gesellig
Aktivitätsphasen: Nachtaktiv
Besonderheiten: -
Anspruch: Hoher Platzbedarf

ALLGEMEINES

Bei den auf Madagaskar endemischen Quastenschwanzratten handelt es sich um typisch „mäuseförmige“ Nagetiere von 20 bis 37 cm Gesamtlänge, denen neben weiteren Charakteristika ein vergleichsweise sehr langer Schwanz zu eigen ist, mit je nach Art kaum ausgebildeter bis sehr buschiger und langer Schwanzquaste, teils in Färbung des übrigen Schwanzes, teils farblich deutlich abgesetzt, der die Gattung ihren Trivialnamen verdankt. Das Fell ist sehr dicht und weich und erinnert an das der Chinchillas. Auf der Oberseite grau bis dunkelgrau oder braun, sind die meisten Arten auf der Körperunterseite heller gefärbt (Garbutt 1999). Aktuell beläuft sich die Anzahl der beschriebenen Eliurus-Arten auf 11, von denen die meisten die niederschlagsreicheren Gebiete im Ostteil der Insel bewohnen (Carleton & Goodman 2007). Über die Lebensweise ist allgemein wenig bekannt. E. myoxinus aus Trockenwäldern Süd- und Westmadagaskars soll ein strikter Baumbewohner sein. Die Regenwaldarten E. tanala und E. minor nutzen v. a. das Unterholz und den Boden, sind aber auch bis in einigen Metern Höhe zu finden. Die ebenfalls auf der Ostseite der Insel beheimatete Art E. webbi lebt hauptsächlich in Bodennähe oder auf dem Boden und legt umfangreiche Erdbauten an, deren Eingänge beim Verlassen mit Erde und Laub verschlossen werden. Für diese Art wird eine monogame Lebensweise vermutet (Garbutt 1999; Zimmermann 2001). Für diverse andere Arten fehlen nähere Erkenntnisse über die Lebensweise. Alle scheinen aber nachtaktiv zu sein, und anhand der Zahnstruktur wird eine vorwiegend vegetarische Ernährung angenommen. Inwiefern Insekten und andere tierische Nahrung in der Natur eine Rolle spielen, ist nicht sicher (Marquart 2004). Soweit Daten vorliegen, scheint für die meisten Arten die saisonal sehr beschränkte Fortpflanzungsperiode im November und Dezember zu liegen, bei E. webbi hingegen zwischen Juli und September. Je nach Art werden Wurfgrößen zwischen 2 und 4 Jungtieren angegeben (Garbutt 1999).

Im Dezember 2004 bot sich mir die Gelegenheit, zwei wilde Exemplare einer zu diesem Zeitpunkt nicht näher bestimmten Eliurus-Art in Gefangenschaft zu pflegen, die sich später als E. grandidieri erwies. Einen ausführlichen Bericht über die bisherigen Erfahrungen mit Haltung und Zucht finden Sie in RODENTIA Nr. 45 (09/2008).

 

Text von Stefan Schumacher
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