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STECKBRIEF

Wissenschaftlicher Name: Spermophilus richardsonii
Deutscher Name:
Richardson-Ziesel, Prärieziesel
Englischer Name: Richardson's Ground Squirrel, Prairie Gopher
Ordnung: Rodentia
Familie: Sciuridae
Unterfamilie: Scirurinae
Vorkommen:
Nördliche USA und Kanada (Zentral-Alberta und West-Montana bis West-Minnesota)
Größe:
25-36 cm + 10 cm Schwanz
Gewicht: 400-600 g
Geschlechtsreife: mit 5-6 Monaten
Tragzeit: 23 Tage
Durchschnittliche Wurfgröße: 3-6 (im Extremfall bis zu 14) Junge
Sozialverhalten:
Familiengruppen, teils aber sehr territorial
Aktivitätsphasen: Tagaktiv
Besonderheiten: -
Anspruch: Hoch (Platzbedarf, Überwinterung)

ALLGEMEINES

Richardson-Ziesel sind Erdhörnchen, die die offenen Prärien von den nördlichen USA bis hinauf nach Kanada bevölkern. Die Weibchen legen sich Bauten an, die sie zeitlebens bewohnen. Obwohl sie in größeren Gruppen leben, besitzt doch jedes Weibchen seinen eigenen Bau, den es gegen andere Weibchen verteidigt. Männchen werden nur in der Paarungszeit in der Nähe der Weibchenbauten geduldet. Nach der Geburt der Jungen vertreiben die Weibchen die Männchen, die sich dann zu Junggesellengruppen zusammenschließen.

Während der kalten Jahreszeit halten Richardson-Ziesel einen Winterschlaf, der bei erwachsenen Tieren 6-7 Monate, bei Jungtieren etwas kürzer dauert. In dieser Zeit zehren sie von angefressenen Fettvorräten. Zum Ende der Schlafperiode wachen die Tiere häufiger auf und fressen dann von den zuvor in die Schlafkammer eingebrachten Vorräten.

Da vor allem die Weibchen sehr territorial sind, sollten die Tiere nur paarweise gehalten werden. Größere Gruppen sollten nur in sehr großen Behausungen gehalten werden, damit sich die Tiere zurückziehen können. Wichtig ist es, jedem Tier eine eigene Rückzugsmöglichkeit anzubieten. Als Unterschlupf eignen sich größere Tontöpfe, aber auch Holzhäuschen z. B. für Meerschweinchen. Bei Gruppenhaltung sollte darauf geachtete werden, dass mehr Weibchen als Männchen in der Gruppe sind. Da Männchen nicht so territorial sind, ist es evtl. möglich, größere Männergruppen zusammenzuhalten, ohne dass es zu Aggressionsverhalten kommt. Sollte das Weibchen trächtig sein, empfiehlt es sich, den Bock zu entfernen, das es ansonsten zu heftigen Aggressionen des Weibchens kommen kann, denen das Männchen nicht gewachsen ist.

Richardson-Ziesel werden in jüngster Zeit immer wieder im Zoohandel angeboten, dann leider oftmals unsinnigerweise als „Zwergpräriehunde“, wohl weil unseriöse Händler die derzeit große Nachfrage nach Schwarzschwanz-Präriehunden (Cynomys ludovicianus) gewinnbringend ausnützen wollen.

Text von Ralf Sistermann
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