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ERNÄHRUNG

Die meisten Stachelmäuse nehmen in der Natur neben pflanzlicher Nahrung zu einem sehr großen Teil tierische Nahrung zu sich. Entsprechend sollten sie so oft wie möglich lebende Insekten wie große Grillen, Heuschrecken oder Schaben erhalten, denen sie sehr geschickt nachjagen, wobei allerdings Zwergstachelmäuse eine Ausnahme darstellen und kaum an Lebendfutter interessiert sind. Mehlwürmer sollten nicht verfüttert werden, da diese sehr fetthaltig sind und kaum für Bewegung bei den Stachelmäusen sorgen. Getrocknete Insekten können unter das Körnerfutter gemischt werden, das hauptsächlich feinere, nicht allzu fetthaltige Körnersorten enthalten sollte.

Völlig ungeeignet ist Papageienfutter, und auch Fertigfuttermischungen für Hamster, Rennmäuse etc. sollten vermieden werden. Darin sind häufig Sonnenblumenkerne, Erdnüsse usw. enthalten. Stachelmäuse neigen deshalb so viel mehr zur Verfettung als viele andere kleine Nagerarten, weil sie oft in extrem unwirtlichen Lebensräumen vorkommen und darauf angewiesen sind, alles zu sich zu nehmen was sie finden können. Dementsprechend fressen viele Stachelmäuse in Gefangenschaft vielfach einfach alles in sich hinein, was der Halter ihnen anbietet. Speziell Goldstachelmäuse neigen zu extremer Gewichtszunahme. Sie haben einen im Vergleich zu Nagern aus gemäßigten Klimazonen um 44% geringeren Grundumsatz, d. h. sie kommen mit nur 56% der Menge an Nahrung und Wasser aus, die gleichgroße Arten in weniger lebensfeindlichen Lebensräumen benötigen (s. RODENTIA Nr. 23). Bei gleicher Ernährung wie andere Arten würden Goldstachelmäuse somit täglich etwa doppelt so viel Nahrung aufnehmen wie nötig.

Auch wenn manche Arten in der Natur ohne Trinkwasser auskommen, würde ich dieses dennoch immer zur Verfügung stellen. Allerdings trinken sie speziell bei Frischfuttergaben (Gurke, Tomate) sehr wenig. Mit süßem Obst sollte sparsam umgegangen werden.

Text von Stefan Schumacher
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