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ZUCHT

Nester legen Stachelmäuse im Allgemeinen nicht an, meist werden die Jungen einfach auf der Streu abgelegt, selbst Versteckmöglichkeiten werden dazu häufig nicht einmal aufgesucht. Die Jungtiere werden normalerweise im Stehen geboren. Sinai- und Ägyptische Stachelmäuse sind problemlos zu vermehren. Egal ob in Gruppen- oder Paarhaltung kommt es regelmäßig etwa alle 5 Wochen zu Würfen und da diese Arten sehr sozial sind, gibt es normalerweise keinerlei Probleme, auch wenn viele adulte Tiere zusammen gehalten werden. Bei ihnen kümmern sich außer der Mutter auch noch vor allem die Tanten um die Neugeborenen und häufig säugen auch mehrere Mütter gemeinsam ihren Nachwuchs, ohne einen Unterschied zu machen, welche Jungtiere zu welcher Mutter gehören.

Gold- und Zwergstachelmäuse sind diesbezüglich heikler, und es kommt bei ihnen häufiger vor, dass die Jungtiere gefressen werden, wenn die Adulten z.B. durch Stress in der Gruppe gestört sind. Deshalb bestehen hier bessere Aussichten auf erfolgreiche Nachzuchten, wenn die Tiere nur in Paaren oder sehr kleinen Gruppen gehalten werden.

Die Jungen kommen sehr weit entwickelt zur Welt und sind auch innerhalb weniger Tage entwöhnt. Dennoch sollte man zumindest bei den sozial lebenden Arten die Jungtiere so lange wie möglich bei den Eltern bzw. in der Familiengruppe belassen. Falls es überhaupt zu Problemen zwischen den erwachsenen und den jüngeren Männchen kommt, dauert dies bei Stachelmäusen doch zumindest wesentlich länger als etwa bei den Baumwollratten (Sigmodon), deren Jungtiere ähnlich weit entwickelt zur Welt kommen und am besten spätestens nach drei Wochen abgesetzt werden. Bei fast allen Stachelmäusen tragen die Jungtiere ein Jugendfell, das sich deutlich vom Fell der Erwachsenen unterscheidet. Meist sind die Jungen zunächst hellgrau und haben noch kaum ausgebildete Stacheln. Nach einigen Wochen beginnt auf dem Rücken die Ausbildung eines je nach Art z.B. gelblichen, kreisrunden Fleckes, der immer größer wird, bis schließlich das ganze Rückenfell die endgültige Färbung angenommen hat, gleichzeitig werden die Stacheln immer ausgeprägter.

Text von Stefan Schumacher
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