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UNTERBRINGUNG

Striemengrasmäuse können teilweise sehr schreckhaft sein. Besonders Jungtiere im Alter von 3-6 Wochen können in Panik ziellos in alle Richtungen davon springen. Deshalb eignen sich für diese Aquarien oder andere Behälter, die von oben zugänglich sind, besser als Terrarien mit Frontschiebescheiben, aus denen die Mäuse leicht herausfallen können. Ältere Striemengrasmäuse werden mit zunehmendem Gewicht sehr viel ruhiger, so dass sie dann auch gut in Terrarien gehalten werden können. Sehr vorsichtig muss man sein, wenn man die Tiere am Schwanz festhalten will. Besonders Jungtiere drehen sich dann oft sehr schnell im Kreis, wobei die Schwanzhaut sehr leicht abreißen kann, und adulte Tiere werden oft so schwer, dass alleine deshalb ein Hochnehmen am Schwanz gefährlich ist. Gerade bei dieser Art ist es sehr wichtig, dass die Tiere nur an der Schwanzwurzel und niemals weiter hinten gehalten werden dürfen.

Auch wenn sie in der Natur in größeren Gruppen leben sollen, ist es doch meist unmöglich, auf Dauer gemischte Gruppen mit mehreren Männchen zu halten. Selbst in reinen Männchengruppen kommt es früher oder später fast immer zu blutigen Auseinandersetzungen, die oft mit dem Tod eines Tieres enden. Ein Männchen mit mehreren Weibchen, Paare oder reine Weibchengruppen lassen sich jedoch in der Regel problemlos halten.

Da es sich um tagaktive Tiere handelt, sollte der Behälter möglichst hell aufgestellt werden, eine zusätzliche Beleuchtung kann ansonsten sinnvoll sein. Wie andere Grasmäuse auch sollten sie nicht zu kühl stehen, unter 20°C sollten sie nicht gehalten werden. Es sollte ihnen wenigstens Behälter von 100x50x50 cm zur Verfügung stehen. Bei geringeren Maßen kann mangelnde Bewegung die Neigung der Tiere zur Fettleibigkeit noch verstärken. Die wichtigste Einrichtung besteht aus sehr viel Heu und einer dicken Schicht Einstreu. Sie legen sich im Heu und der Einstreu auf dem Boden oberflächliche Gangsysteme an, sie graben jedoch keine unterirdischen Gänge in den Boden. Auch Korkröhren werden gerne als Verstecke genutzt und auf diesen und anderen Einrichtungsgegenständen klettern sie auch gerne herum. Dabei bleiben sie jedoch kaum einmal so ruhig darauf sitzen wie dies etwa Vielstreifengrasmäuse tun, die dann gerne die Umgebung beobachten. Striemengrasmäuse sind im Vergleich dazu viel mehr in Bewegung und ständig mit der Futtersuche, dem Wühlen im Heu usw. beschäftigt.

Wichtig ist eine Trinkflasche, sie haben einen erstaunlich hohen Wasserbedarf im Vergleich zu den verwandten Arten. Dementsprechend geben sie auch mehr Urin ab, weshalb eine Reinigung des Terrariums öfter nötig ist als bei anderen Grasmäusen. Der Futternapf sollte so angebracht werden, dass er nicht sofort von den Mäusen verschüttet werden kann und es kann sinnvoll sein, einen eher kleinen Napf zu benutzen, da sich ansonsten viele Tiere beim Fressen gerne in den Napf setzen und mit ihrem Urin dann schnell das Futter verderben.

Text von Stefan Schumacher
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