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ZUCHT

Die Vermehrung gelingt bei Striemengrasmäusen am einfachsten von allen Grasmäusen. Bereits mit 3 Monaten haben viele Tiere den ersten Nachwuchs und viele machen auch zwischen zwei Würfen keine Pause, so dass etliche Würfe hintereinander im Abstand von 21 Tagen möglich sind. Dabei lässt allerdings irgendwann die Wurfgröße nach. Während jüngere Weibchen durchaus 6-8 Junge zur Welt bringen, bekommen ältere Tiere, die ununterbrochen geworfen haben, oft nur noch 2-3 Junge. So weit sollte man es aber auch nicht kommen lassen und den Weibchen immer wieder Wurfpausen gönnen, in denen man sie eine Weile von dem Männchen trennt. Ansonsten sind die ständigen Geburten natürlich auf Dauer sehr anstrengend für das Weibchen und verkürzen sicher auch die Lebenserwartung.

Die Jungen werden in einem aus Gras oder Heu angefertigten Kugelnest abgelegt. Meist bleibt der Vater während der gesamten Aufzucht der Jungen mit der Mutter im Nest. Im Vergleich zu Vielstreifengrasmäusen waren meine Tiere immer sehr unproblematisch, wenn in einer Gruppe mehrere Weibchen gleichzeitig Junge hatten. Meist lagen dann alle in einem gemeinsamen Nest und es kam zu keinen Streitereien oder gegenseitigem Entwenden der fremden Jungtiere.

Vorsicht ist angebracht, wenn Männchen und Weibchen neu verpaart werden, da dann oftmals die Männchen die Weibchen extrem hetzen können, und wenn diese nicht paarungsbereit sind, kann es gelegentlich auch zu Verletzungen kommen. Dann sollte man eingreifen und die Tiere trennen. Bei aneinander gewöhnten Tieren gibt es keine Schwierigkeiten.

Ebenso ist darauf zu achten, dass zumindest die männlichen Jungtiere auf jeden Fall vor ihrer Geschlechtsreife von den Eltern getrennt werden, d. h. am besten immer gleich dann, wenn nach 21 Tagen die nächsten Jungen geboren werden. Ansonsten betrachtet der Vater die Söhne schnell als Konkurrenz und bei den daraus resultierenden Kämpfen kommt es schnell zu Toten unter den Jungtieren. Wenn aber darauf geachtet wird, dass außer dem Vater nie weitere Männchen im Alter von über 5-6 Wochen anwesend sind, sind die Tiere friedlich.

Text von Stefan Schumacher
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