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ZUCHT

Leider ist die Zucht nicht ganz einfach. Manchmal dauert es sehr lange, bis die Tiere sich das erste Mal fortpflanzen, manche Paare bringen auch nie Nachwuchs hervor. Sie haben durch ihre Endgröße bedingt eine längere Entwicklungszeit als andere Grasmäuse, von daher ist mehr Geduld bei dieser Art angebracht. Erste Erfahrungen anderer Halter deuten darauf hin, dass sich in Gruppen meist nur das ranghöchste Weibchen fortpflanzt.

Die Weibchen legen aus Pflanzenmaterial wie Heu Nester auf dem Boden an, manchmal bringen sie ihren Nachwuchs auch in Schlafhäuschen unter. Auf Störungen können sie mit dem Fressen der Jungtiere reagieren, deshalb sollte ein Kontrollieren des Nestes zumindest in den ersten Tagen nach der Geburt unterbleiben. Der Vater darf meist mit im Nest bleiben, und auch wenn er manchmal doch für ein paar Tage einen anderen Schlafplatz aufsuchen muss, kommt es nicht zu Aggressionen zwischen den Eltern. Den Jungtieren gegenüber ist der Vater friedlich.

Die Größe des Behälters spielt möglicherweise eine Rolle für den Nachzuchterfolg. Einigen Haltern gelang die Vermehrung in kleineren Behältern bislang einfacher als in größeren. Dies ist sicher nicht immer so, aber auch bei mir kam es zunächst in einem Terrarium mit einer Grundfläche von 100x40 cm innerhalb eines Jahres zu keiner Vermehrung, während die Tiere anfingen sich fortzupflanzen, nachdem sie auf eine Fläche von 60x40 cm umquartiert worden waren. Inzwischen pflege ich aber auch eine Gruppe auf einer Fläche von 140x60 cm, wo es regelmäßig zu Nachwuchs kommt.

Die Vermehrung scheint bei möglichst wenig verwandten Tieren einfacher zu sein. Es ist jedoch bei Tüpfelgrasmäusen wie bei einigen anderen exotischeren Arten zu beachten, dass ohnehin alle bei uns gehaltenen Tiere auf eine sehr kleine Ausgangspopulation zurückgehen und sich deshalb wahrscheinlich nur sehr schwer tatsächlich „fremde“ Tiere finden lassen. Gerade deshalb ist auf eine gut überlegte Auswahl der Zuchttiere zu achten.

Text von Stefan Schumacher
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